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und  Technik  die  Leistungen  der  Arbeiter  mit  dem  Stücklohn
um  20—100  °/o  zunehmen 1 .
Wir  werfen  jetzt  die  Frage  nach  den  äußeren,  objektiven
und  vom  Arbeiter  unabhängigen  Bedingungen  auf,  von  denen
jede  Steigerung  der  Arbeitsintensität  bei  kürzerer  Arbeitszeit
getragen  wird.  Es  ist  nur  von  den  eigentlich  technischen
Voraussetzungen  die  Rede.  Die  Betriebsorganisation  wird
übergangen,  da  ihr  ein  Sonderkapitel  gewidmet  ist.  Spätere
Ausführungen  vorwegnehmend,  ist  vor  allem  darauf  hinzuweisen, ­
  daß  der  arbeitsteilige  Charakter  der  modernen  industriellen ­
  Produktion  einer  zeitlichen  Kontraktion  der  Arbeitsakte ­
  entgegenkommt,  ja  sie  erst  ermöglicht.  Besonders  deutlich ­
  und  in  typischer  Weise  bringt  die  amerikanische  Industrie
diesen  Zug  zur  Geltung.  Ihre  Produktionsmethoden  haben
natürlich  auch  in  erstklassigen  europäischen  Werken  Eingang
und  Weiterbildung  gefunden,  ohne  freilich  so  erstaunliche
Ausmaße  erreicht  zu  haben.  Die  amerikanischen  Schnellbetriebe ­
  sind  wegen  ihrer  hohen  Arbeitsintensität  bekannt  und
gefürchtet 1  2 .  Hohe  Löhne  und  relativ  kurze  Arbeitszeiten,
beim  Maschinenbau  durchschnittlich  9  Stunden,  zwingen  dazu,
aus  Menschen  und  Maschinen  die  höchstmögliche  Leistung
herauszuholen.  In  mehreren  Staaten  ist  sogar  ein  gesetzlicher
Achtstundentag  eingeführt  worden 3 .
Die  amerikanische  Fabrikation  ist  auf  Spezialisation  und

1  Schmoller,  Grundriß  IT,  S.  287.  —  Anm.  Wenn  die  deutschen
Werften  nach  Halle  Schwarz  (Die  Schiffbauindustrie  in  Deutschland
und  im  Ausland,  1902,  II,  S.  105)  mit  durchschnittlich  zehnstündiger
Arbeitszeit  gegen  Kürzung  derselben  sind,  weil  ihre  Maschinen  nicht
schneller  laufen  können,  so  wird  die  Identität  von  nomineller  Arbeitsze't
  und  realer  Produktionszeit  unbewiesen  vorausgesetzt.  Die  Schiffhaufirma ­
  Short  Gebr.  in  Sunderland  konstatiert  z.  K.,  daß  auch  ihre
Maschinen,  trotz  kürzerer  Arbeitsschicht,  mehr  produzieren  (Soz  Praxis,
D98,  S.  1175).  —  Sombart  weist  auf  die  Möglichkeit  hin,  „durch  Eingliederung ­
  des  lebendigen  Arbeiters  in  den  leblosen  Mechanismus  des
Maschinensystems  jenem  durch  die  beliebige  Beschleunigung  des  Tempos
der  Maschinen  einen  Intensitätsgrad  von  Kraftaufwand  aufzunötigen,
den  er  bei  freier  Beweglichkeit  nie  zu  erreichen  vermöchte“  (Der
moderne  Kapitalismus,  1902,  II,  S.  510'.  Diese  einseitige  Charakteristik
folgt  deutlich  den  Spuren  von  Karl  Marx,  der  eine  solche  Auffassung
des  Arbeitsprozesses  am  entschiedensten  vertritt  (Marx,  Kapital  I,
1872,  S.  440  f.).  Auch  Sombart  spricht  von  einer  Tendenz  zur  Verewigung ­
  des  Arbeitstages.  Hiergegen  läßt  sich  mit  mindestens  ebensoviel ­
  Recht  sagen,  daß  der  Arbe  ter  kein  von  dem  Spiel  der  Betriebskräfte ­
  willenlos  getriebenes  Atom,  sondern  einen  maßgebenden  Faktor
des  Produktionsganges  darstellt.
2  Levasseur,  L’Ouvrier  am^ricain  I,  1898,  S.  110.  —  A.  Kolb,  Als
Arbeiter  in  Amerika,  1901,  S.  72.  —-  A.  Shadwell,  England,  Deutschland
und  Amerika,  1908,  S.  339—340.
3  Amerikanische  Arbeitszeiten:  Shadwell,  S.  317,  327,  331.  —
E  Schalck.  Der  Wettkampf  der  Völker,  S.  90.  —  P.  Möller.  S.  11,  133
bis  134.  —  Reichsarbeitsblatt,  1904,  S.  143  (gesetzlicher  Achtstundentag).
Forschungen  138.  —Bernhard.  3