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werden 1 .  Bei  diesem  System  werden  schwierige  Arbeitsstücke
schneller  und  besser,  teilweise  von  Spezialfabriken  hergestellt.
Die  Werkzeuge  und  sonstigen  Betriebseinrichtungen  werden
ergiebiger  ausgenutzt.  Der  Werkstattorganisator  West  äußert
sich  in  einem  Briefe  an  den  Verein  Deutscher  Werkzeugmaschinenfabrikanten ­
  über  die  gedrückte  Lage  mancher  Unternehmungen ­
  1  2 .  Außer  falscher  Selbstkostenberechnung  hätten
sie  es  verabsäumt,  durch  zielbewußte  Konstruktion  ihrer  Erzeugnisse, ­
  besonders  Normalisierung  der  Einzelteile,  die  wirtschaftlich-technische ­
  Grundlage  für  eine  Massenfabrikation  zu
legen.  Die  Arbeitsweise  in  den  notleidenden  Fabriken  sei
keine  fabrikmäßige,  sondern  eine  handwerksmäßige;  sie  bestehe
in  Einzelanfertigung  ganzer  Maschinen  und  nicht  in  Massenanfertigung ­
  von  Einzelteilen.  Soweit  West.
In  Amerika  wird  die  Standardisation  und  Normalisierung
durch  den  Biesenabsatz  und  die  Trustbewegung  sicher  begünstigt. ­
  —  Die  Baldwinwerke  in  Philadelphia,  die  größten
Lokomotivenfabriken  der  Welt,  die  19000  Mann  beschäftigen,
fertigen  relativ  wenig  Typen  an,  die  man  noch  zu  vermindern
sucht 3 .
In  der  amerikanischen  Eisenindustrie  kommt  die  gleiche
Tendenz  zum  Durchbruch.  Nicht  bloß  der  Stahltrust,  sondern
auch  die  außerhalb  stehenden  Werke  walzen  verhältnismäßig
wenig  Trägerprofile.  „Neben  anderen  Vorteilen  kann  sich  der
Arbeiter  auf  bestimmte  Profile  und  Schweren  einarbeiten  und
eine  größere  Tagesleistung  erzielen.  .  .  .  Wenn  ein  Arbeiter
immer  ein  bestimmtes  Profil  macht,  arbeitet  er  sich  so  ein,
daß  für  sonst  zwei  Leute  nur  einer  notwendig  ist 4 .“  Die
Arbeitsleistung  eines  einzelnen  Mannes  soll  dadurch  auf  das
Dreifache  gestiegen  sein.  Der  deutsche  Stahlwerksverband
scheint  erst  vor  kurzem  seine  einzelnen  Anlagen  auf  bestimmte
Profilsorten  zugeschnitten  zu  haben.  Deutschland  walzt  über
400  Profile,  die  sich  nach  Tille  ohne  Schaden  auf  60—80  verringern ­
  ließen.  Eine  vom  produktionstechnischen  Standpunkt
vorteilhafte  Verminderung  der  Profile  entspricht  keineswegs

1  J.  fl.  West,  Hie  Europa,  hie  Amerika,  1908,  S.  46.  Ders.:  Zur
Lage  d.  deutsch.  Werkzeugmasch.-Fabr.,  Deutsche  techn.  Rundschau,
1905,  S.  356.  —  P.  Möller,  Z.  d.  V.  d.  I.,  1905,  S.  104.  —  Klein,  Spezialisierung ­
  im  Maschinenbau,  Z.  d.  V.  d.  I.,  1907,  S.  997.  —  Einer  Normalisierung ­
  sind  weiter  zahlreiche  Teilstöcke  fähig,  wie  Keile,  Schraubenschlüssel, ­
  Durchmesser  von  Wellenachsen,  Lager  und  Lagerschalen,
Kolben  und  Stopfbüchsen,  Riemenscheiben  und  -führer,  Handräder,
Drehkreuze,  Handgriffe  und  Hebel,  Kurbeln,  Zahnräder,  kleine  Getriebe
und  Gelenke;  ferner  Kupplungen,  Hähne,  Kastentüren  usw.  (Nach
West.)
2  J.  H.  West,  Deutsche  techn.  Rundschau,  1905,  S.  355.
3  Deutsche  techn.  Rundschau,  1905,  S.  199;  Z.  d.  V.  d.  I.,  1907,
S.  997.
4  A.  Tille,  Die  deutsche  Eisenindustrie  u.  ihr  Kampf  um  d.  Weltmarkt, ­
  Z.  d.  V.  d.  I.,  1905,  S.  1724.

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