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Zeit  und  Geld  ersparen  1 .“  —  Hinsichtlich  der  eigentlichen  Bearbeitungstechnik ­
  bietet  die  amerikanische  Industrie  wieder
ein  besonders  charakteristisches  Bild.
Das  Bestreben,  die  großen  investierten  Kapitalien  trotz
hoher  Löhne  und  kurzer  Arbeitszeiten  möglichst  ergiebig  auszunutzen, ­
  hat  in  Amerika  mehr  als  anderwärts  die  Einführungaller
  der  Einrichtungen  und  Mittel  begünstigt,  auf  denen  der
Schnellbetrieb  ruht.  Um  die  toten  Zeiten  auf  ein  Minimum
herabzudrücken,  wird  die  amerikanische  Werkstattpraxis  von
dem  Ideal  getragen,  alle  Bewegung  der  Arbeitsstücke  durch
Maschinen  ausführen  zu  lassen  und  zur  Beaufsichtigung  eine
möglichst  kleine  Zahl  besonders  zuverlässiger,  gebildeter  Arbeiter ­
  zu  verwenden,  denen  alle  Betriebsmittel  zur  Verfügung
stehen,  um  während  der  Produktionszeit  ein  Maximum  an
Leistung  zu  entwickeln 1  2 .  Zahlreiche  Transportmittel,  wie
Gleitbahnen  und  Hebezeuge,  befördern  ein  Werkstück  so
schnell  wie  möglich  von  einer  Maschine  zur  anderen.  Besondere ­
  Arbeitskräfte  besorgen  die  Gänge  und  das  Schleifen
der  Werkzeuge 3 .
Um  den  Produktionsgang  zu  beschleunigen,  sind  mehrere
Werkzeuge  zugleich  an  einem  Stück  tätig.  Das  Prinzip  „viele
Werkzeuge  an  einer  Maschine“  wird  durch  das  „viele  Arbeitsstücke ­
  an  einer  Maschine“  ergänzt.  So  werden  auf  Hobelmaschinen ­
  eine  größere  Zahl  Stücke  zu  gleicher  Zeit  aufgespannt ­
  und  bearbeitet.  Die  Kombination  beider  Arbeitsweisen ­
  ergibt  die  Mehrfachmaschine,  bei  der  mehrere  Werkzeuge ­
  gleichzeitig  mehrere  Arbeitsstücke  behandeln 4  * .  Bei
einer  mehrspindligen  Bohrmaschine  arbeiten  z.  B.  7  Werkzeuge, ­
  die  sich  auf  4  Spindeln,  3  Stichel  und  1  Gewindebohrer
verteilen,  auf  einmal  Eine  solche  Maschine  verlangt  genaueste
Einstellung  und  geschickte,  liebevolle  Bedienung 6 .  Alle  diese
Einrichtungen  vermindern  die  toten  Zeiten  für  Einspannen
der  Werkzeuge  und  Arbeitsstücke.  Besonders  sind  die  Amerikaner ­
  darauf  bedacht,  diese  Zeitverluste  durch  spezielle
Wechselaufspannvorrichtungen,  Schnellverschlüsse  und  magnetische ­
  Aufspannvorrichtungen  möglichst  auszuschalten.  Einen
gewissen  Abschluß  stellen  in  dieser  Richtung  Bohrvorrichtungen
(jigs)  dar,  die  das  Arbeitsstück  wie  eine  Form  umschließen
und  bei  denen  die  Werkzeuge  von  außen  durch  Öffnungen
eindringen 6 .
Diese  Andeutungen  bezwecken  nur,  auf  gewisse  technisch-1
  R.  Grimshaw,  S.  142.
2  Z.  d.  V.  d.  1.,  1891,  S.  491.
3  P.  Möller,  S.  8,_  92.
*  K.  Haller,  Fabrikationsgrundsätze  des  amerikanischen  Maschinenbaues, ­
  Z.  d.  V.  d  I.,  1*95,  S.  989.  —  P.  Möller,  S.  6—8.
6  Z  d.  V  d.  I.,  1903,  S.  288.
6  P.  Möller,  S.  8—9,  23.