138.

41

Spindeln  Webstühle  Arbeiter
1856  .  .  .  28010217  298  847  379329
1885  .  .  .  44348  921  560955  504069
Zunahme  .  .  58,3  %  87,7%  32,9%
Die  Zahl  der  Spindeln  und  Webstühle  steigt  um  58,3
und  87,7  %,  die  der  Arbeiter  nur  um  32,9%.  —  Die  amerikanische ­
  Baum  Wollindustrie  zeigt  einen  parallelen  Gang 1 :
Spindeln  Webstühle  Arbeiter
1830  .  .  .  1246703  33433  62208
1890  .  .  .  11088103  324866  221585
Zunahme  .  .  1:  8,9  1:9,7  1:  3,6

Einer  Vermehrung  der  Arbeiter  um  das  3,6fache  steht
hier  ein  Anwachsen  der  Spindeln  und  Webstühle  um  8,9  und
9,7  gegenüber.  —  Ein  räumlich  enger  begrenztes  Beobachtungsfeld ­
  bilden  die  Produktionszahlen  von  acht  großen  Werken
aus  Lowell,  einem  Mittelpunkt  der  amerikanischen  Textilindustrie. ­
  Von  1835—1893  vermehren  sich  hier  die  Spindeln
um  8,1,  die  Webstühle  um  5,7,  die  Arbeiter  nur  um  3,2 1  2 .  —
Schließlich  sei  noch  ein  deutsches  Zeugnis  angeführt.  Die
Zahl  der  im  Rheinland  arbeitenden  Spindeln  beträgt  1887
435  000;  1905  arbeiten  ungefähr  1350  000  Spindeln  in  dieser
Gegend.  An  Webstühlen  sind  ohne  Leinen-,  Seide-  und
Samtindustrie  20000  vorhanden.  Die  Zahl  der  Spindeln  steigt
1887—1905  von  1  auf  3,  die  der  beschäftigten  Arbeiter  nur
von  1  auf  1,6,  nämlich  von  25000  auf  41000.  Dementsprechend
hebt  sich  der  Verdienst  im  Durchschnitt  für  jeden  Arbeiter
von  600  auf  800  Mk.  jährlich 3 .  —  Interessant  ist  die  Tatsache,
daß  in  Ostindien  die  persönliche  Leistungsfähigkeit  bei  Vermehrung ­
  der  Arbeitsinstrumente  nicht  wächst 4 .

Spindeln
1876/77  1  100112
1891/92  3272988
Zunahme  1  :  3

Webstühle  Arbeiter
9139  39537
24670  117  922
1:  2,7  1:3

Im  allgemeinen  durchdringt  dieser  Typus  intensiver  Arbeit
die  Industrie  in  dem  Maße,  wie  die  Automatisierung  des  Betriebes ­
  um  sich  greift.  Die  Wirkungssphäre  persönlicher  und
maschineller  Arbeit  ist  dann  so  geteilt,  daß  die  Maschine
mehr  und  mehr  alle  physische  Formarbeit  aufsaugt,  der  Mensch
dagegen  die  leitend-dispositive  Seite  des  Produktionsprozesses
auf  sich  nimmt.  Seine  Arbeit  erhält  einen  neuen  Inhalt:  er

1  E.  Levasseur,  I,  S.  41.  Die  Zahlen  stammen  aus  dem  11.  Zensus.
2  Berechnet  nach  den  „Annual  statistics  of  manufactures  in  Lowell
and  nei"hbouring  towns.  Jan.  1893“,  hei  Levasseur  I,  S.  72.
»  Z.  d.  V.  d.  I.,  1906,  S.  1680.
4  Neumann-Spallart,  Übersichten  der  Weltwirtschaft,  herausgeg.
v.  Juraschek,  1885—1896,  S.  458.