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sehen  Werkstätten  ein  Mann  vielfach  4—6  Revolverdrehbänke
übernimmt,  was  in  Deutschland  wohl  nur  vereinzelt  vorkommt ­
  *.

Viertes  Kapitel.
Die  Ordnung  der  Pausen.
Die  Tendenz,  den  Produktionsprozeß  bei  kürzerer  Arbeitszeit ­
  durch  Verminderung  der  toten  Zeiten  zu  komprimieren,
führt  in  natürlicher  Konsequenz  dahin,  die  eigentlichen  Betriebspausen, ­
  die  offiziellen  Ruhezeiten  zu  vermindern,  ja  teilweise ­
  zu  beseitigen.  —  In  hygienischer  und  psychologischer
Hinsicht  ist  der  Gewinn  einer  in  der  Fabrik  verbrachten
Ruhepause  ungleich  weniger  vorteilhaft  als  die  gleiche  Erholungszeit ­
  nach  Schluß  der  Arbeit.  Arbeitsstätten,  die  z.  B.
so  warm  und  staubig  sind,  wie  die  der  Eisenindustrie,  bieten
schon  eine  körperlich  recht  fragwürdige  Erholung,  von  der
seelischen  zu  schweigen.  Noch  zittert  der  eherne  Rhythmus
der  Fabrik  in  den  Nerven  nach,  und  schon  winkt  von  fern
das  strenge  Zepter  der  Arbeit  zu  neuer  Tätigkeit.  Räume,
auf  denen  stets  die  Atmosphäre  des  Werkstatttreibens  lagert,
entlassen  die  Seele  nicht  wirklich  aus  ihrer  Stimmung,  sondern
halten  den  Geist  auch  während  der  Pause  in  ihrem  Bann.
Für  den  Eintritt  irgendeines  Erfolges  ist  nicht  allein
die  absolute  Größe  der  angreifenden  Kräfte  maßgebend.  Auch
ihre  Verteilung  stellt  ein  wesentliches  Moment  des  Erfolges
dar.  Man  kann  etwa  die  gleiche  Last  in  rasch  oder  langsam
folgenden  Zügen  um  kleine  oder  große  Strecken  bewegen.
Die  kräftesparendste  Verteilung  ist  je  nachdem  verschieden.
Auch  beim  güterproduzierenden  Betrieb  muß  es  die  „günstigste
Pause“  Kräpelins  geben,  die  die  vorteilhafteste  Kombination
von  Lage  und  Dauer  der  Ruhezeit  in  bezug  auf  die  Länge
des  Arbeitstages  ergibt.  Wenn  die  Forschung  diese  Verhältnisse ­
  mehr  aufgehellt  hat,  wird  die  Volkswirtschaft  und  ihre
Lehre  davon  vielleicht  einigen  Nutzen  ziehen  können.  Eine
Analogie  zeigen  verwandte  Gebiete,  wie  etwa  die  Frage  der
besten  Volksernährung.
In  der  Industrie  ist  die  zeitliche  Verteilung  der  Kräfte
in  großen  Zügen  durch  die  Wirtschaftsorganisation,  im  engeren
Sinn  durch  die  Arbeitsordnung  vorgezeichnet.  Sie  bestimmt
die  Ruhepausen,  schreibt  Beginn  und  Schluß  des  Arbeitsprozesses ­
  vor;  sie  beeinflußt  mehr  oder  minder  die  Arbeitsintensität. ­
  —  Die  Veränderungen,  die  die  Maschinenbauanstalt
von  Johnson  einführte,  als  die  Arbeitsdauer  von  neun  auf
acht  Stunden  sank,  sind  in  dieser  Hinsicht  charakteristisch 1  2 .
1  Z.  d.  V.  d.  I.,  1903,  S.  868.
.  2  Bei  Kae,  8.  56.