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Welche  Bedeutung  hat  die  Wirtschaftsordnung  in  dieser  Hinsicht ­
  für  das  Tempo  des  Arbeitsganges?  —  So  schwierig  die
Aufgabe  ist,  so  wenig  sich  genaueres  darüber  in  abgekürzter
Darstellung  sagen  läßt,  wenigstens  angedeutet  müssen  diese
Zusammenhänge  werden 1 .  Es  liegt  im  Wesen  der  Sache,  daß
der  einzelne  Arbeiter  von  sich  aus  diese  Faktoren  nicht  beeinflußt. ­
  Sie  stellen  objektive  Bedingungen  dar,  denen  er
sich  unterordnet.  Ein  Beispiel  soll  zeigen,  um  was  es  sich
etwa  handelt.
Bessere  Maschinen  garantieren  noch  keine  höhöre  Produktivität, ­
  wenn  der  sie  benutzende  Mann  nicht  regelmäßig  mit
Arbeit  versehen  wird.  Das  hängt  nicht  von  ihm,  sondern  von
komplementären  Leistungen  anderer  Betriebsglieder,  von  der
Übersicht  und  Fähigkeit  des  Werkmeisters  oder  -leiters  ab.
In  schlecht  organisierten  Betrieben  wird  nur  50  %  der  Arbeitszeit ­
  auf  die  eigentliche  Produktion  verwendet;  die  andere
Hälfte  geht  durch  Vorbereitungen  aller  Art  verloren.  Man
fragt  bei  dem  Meister  nach  neuer  Arbeit.  Dieser  überlegt.
Die  Zeichnung  wird  gesucht,  je  nachdem  schnell  oder  langsam ­
  verstanden.  Beim  Einspannen  des  Arbeitsstückes  fehlt
es  an  Klammern  und  Bolzen,  an  Scheiben  und  Muttern,  oder
diese  passen  nicht.  Gelegentlich  wird  nach  einem  Bolzen  so
lange  gesucht,  wie  die  Arbeit  selbst  dauert.  In  erstklassigen
Anlagen  kann  davon  natürlich  keine  Rede  sein.  „Tatsächlich
geht  es  so  in  den  allermeisten  Werken  zu“,  heißt  es  in  einem
in  der  „Machinery“  erschienenen  Aufsatz,  der  zu  obiger
Schilderung  benutzt  wurde 1  2 .
Wie  dem  auch  sei:  solche  Verhältnisse  hellen  die  Beziehung ­
  von  Arbeitstempo  und  Werkstattorganisation  auf.  —
Als  Mather  die  Arbeitswoche  in  seiner  Maschinenbauanstalt
von  53  auf  48  Stunden  herabsetzte,  ging  an  die  Meister  und
Vorarbeiter  der  verschiedenen  Abteilungen  die  Mahnung,  Voraussicht ­
  und  Wachsamkeit  zu  üben,  das  Material  gut  und
richtig  im  voraus  zu  beschaffen  und  für  kleine  Erleichterungen
in  der  Werkstatt  zur  Vermeidung  von  Zeitverlusten  zu  sorgen 3 .
In  den  Nostizschen  Eisenwerken  verdienen  die  Arbeiter  bei
gleichen  Akkordsätzen  ebensoviel,  ja  mehr,  wiewohl  der
zwölfstündige  Arbeitstag  durch  eine  Achtstundenschicht  abgelöst ­
  ist.  Von  der  Betriebsleitung  werden  freilich  gewisse
Einrichtungen  getroffen,  um  den  Arbeitern  die  Möglichkeit
1  Die  Literatur  über  Betriebsorganisation  ist  größtenteils  zusammengestellt ­
  in  dem  Aufsatz  von  E.  Pfuhl,  Technisch-wirtschaftliche  Betrachtungen, ­
  „Werkstattstechnik“,  1907,  S.  148.  —  Zeitschriften:  Die
Werkstattstechnik,  herausgeg.  v.  G.  Schlesinger,  und  deren  internationale ­
  Zeitschriftenschau,  I.  Jahrg.,  1907.  —  Ferner  Aufsätze  in  der  Z.
d.  V.  d.  I.  u.  d.  „Gewerblich-technische  Ratgeber“.
2  Nach  dem  „Gewerblich-technischen  Ratgeber“,  1907,  S.  314.
3  Verhandl.,  Bei'.,  Mitt.  des  Zentralverb,  deutscher  Industr.,  Nr.  62,
S.  78.