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Werbeinspektors  für  Potsdam,  durch  bessere  Disposition  des
Zusammenarbeiten  eine  höhere  Arbeitsintensität  entfalten,
indem  das  Warten  eines  Arbeiters  auf  den  anderen  oder  auf
Arbeitsmaterial,  wie  es  zur  Zeit  noch  häufig  vorkommt,  vermieden ­
  wird 1 .  —  Weber,  welche  abgewebt  haben,  müssen
oft  warten,  weil  die  neue  Kette  nicht  sogleich  in  den  Stuhl
gebracht  wird.  Besonders  in  der  Holzindustrie  und  Töpferei
erleiden  die  Akkordarbeiter  häufig  Verluste,  weil  sie  auf
Material  warten  müssen 1  2 .  Von  hier  erklären  sich  gewisse
Bestimmungen  in  den  Tarifverträgen  wie:  „Es  soll  genügendes
und  brauchbares  Material  für  die  Former  gestellt  werden“,
oder  bei  Schlossern  und  Schmieden:  „Die  Akkordarbeit  darf
keine  Unterbrechung  durch  fehlendes  Material  erleiden“  3 .  Die
markantesten  Beispiele  bilden  jene  Fälle,  wo  Akkordarbeiter
aus  solchen  Motiven  vor  den  Gewerbegerichten  Entschädigungsansprüche ­
  durchsetzten.  So  ein  Tischlergeselle,  der  bei  Herstellung ­
  einer  Garnitur  längere  Zeit  stillliegen  muß,  weil  der
Drechsler  nicht  rechtzeitig  die  passenden  Füße  geliefert  hat.
So  ein  Akkordweber,  der  aus  Mangel  an  Garn  nicht  weiter
arbeiten  kann 4 .
Auch  diesen  organisatorischen  Fragen  haben  zuerst  die  Amerikaner ­
  größere  Aufmerksamkeit  zugewendet.  Ein  einzelnes
Beispiel  aus  der  Werkstattpraxis  genügt,  um  die  allgemeine
Tendenz  aufzuzeigen.  Viel  Zeit  geht  verloren,  wenn  sich  der
Arbeiter  seine  Werkzeuge  oder  andere  Dinge  selbst  holt.  In
Amerika  sind  hierzu  Laufjungen  da,  die  ein  Klingelzeichen
herbeiruft.  „Die  Gänge  werden  von  den  billigen  Arbeitskräften ­
  gemacht,  und  für  den  Arbeiter  fällt  die  Verlockung
fort,  von  seiner  Maschine  zu  gehen  und  sich  mit  seinen  Genossen ­
  zu  unterhalten 5 .“  Ebenso  hat  der  Arbeiter  nichts  mehr
mit  dem  Schleifen,  Verfertigen,  Zurichten  der  Werkzeuge  zu
tun,  was  Spezialisten  besorgen.  „II  en  r6sulte  une  meilleure
utilisation  du  temps,  beaucoup  d’ordre  .  .  .“  sagt  ein  französischer ­
  Ingenieur  von  diesen  Einrichtungen 6 .  Man  geht  auf
der  ganzen  Linie  zu  einer  schärferen  Differenzierung  der
Funktionen  Uber,  vermehrt  vor  allem  die  „unproduktiven“
Arbeiter,  denen  die  gesamte  Vorbereitung,  Vermittlung  und
Beförderung  der  Arbeit  zwischen  den  produktiven  Arbeitskräften ­
  übergeben  wird.  Diese  werden  für  ihre  eigentliche
1  Die  Arbeitszeit  der  Fabrikarbeiterinnen,  S.  152.
2  L.  Bernhard,  Die  Akkordarbeit  in  Deutschland,  1903,  S.  104,  223.
2  Der  Tarifvertrag  im  Deutschen  Reich,  1906,  III,  S.  151,  157.  —
Ähnliche  Vereinbarungen  bei  Schuhmachern,  ibid.  S.  205,  Maurern,
S.  33,  Stukkateuren,  S.  72.
4  Das  Gewerbegericht,  1897,  S.  98;  1906,  S.  354.
5  P.  Möller,  S.  8,  117.
6  Levasseur,  L’Ouvrier  americain  I,  S.  236.  —  Über  amerikanische
Spezialisation  vgl.  ferner:  J.  H.  West,  Hie  Deutschland,  hie  Amerika,
1908,  S.  46.  —  Kassel,  Amerikanisches  Geschäftsleben,  1908,  S.  23.