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Werkzeuge  und  Materialien  ausgegeben  und  befördert  werden,
wurde  schon  gesprochen.  Die  moderne  Werkstattpraxis  verlangt ­
  ferner,  daß  die  Maße  in  der  Zeichnung  so  angegeben
werden,  daß  der  Arbeiter  seine  Zeit  nicht  durch  Suchen  oder
Umrechnen  zu  verlieren  braucht 1 .  Die  praktische  Zeichnung
mit  sorgfältiger  Angabe  der  Maße  spart  zeitraubende  Rückfragen ­
  und  verhindert  Fehler  bei  der  Bearbeitung.  „Drawing
must  be  foolproof,“  heißt  es  in  Amerika;  das  will  besagen:
Auch  der  Dummkopf  hat  die  Zeichnung  zu  begreifen.
Die  Werkstattdisziplin  ist  ein  unmittelbarer  Ausdruck  für
den  Geist,  der  die  Betriebsorganisation  beherrscht.  Sie  spiegelt
deren  Gesamttenor  wie  in  einem  Brennpunkt  wieder.  Rauchen,
Trinken  und  Sprechen  läßt  sich  bei  kurzer  Arbeitszeit  leichter
unterdrücken,  als  bei  langer.  Durchaus  charakteristisch  ist
die  Stimmung  der  amerikanischen  Werkstatt.  „La  vie  des
ateliers  am4ricains  est  toute  difförente  de  celle  de  la  plupart
des  ateliers  frangais.  On  ne  parle  pas,  on  ne  chante  pas,  le
silence  le  plus  rigoureux  regne,  on  entre  et  on  sort  ä  la
cloche  .  .  .  Partisan  am&amp;ricain  est  dans  son  Element;  le  bruit
des  rires  et  des  conversations  le  ddrangerait.“  So  sprechen
französische  Metallarbeiter,  die  zur  Ausstellung  von  Chicago
abgeordnet  waren  2 .
Zur  Wirtschaftsorganisation  im  weiteren  Sinn  gehören
auch  die  lokalen  Voraussetzungen  der  Produktion.  Hygienische
Zustände,  Licht  und  Luft  bedingen  mehr  oder  minder  die
Arbeitsintensität  und  deren  Beschleunigung.  Gute  Beleuchtungsverhältnisse ­
  begünstigen  schnelleres  Arbeiten,  besonders  bei
der  Durchführung  schwieriger  Aufgaben.  Auch  dieser  Punkt
wird  gelegentlich  in  Tarifverträgen  berücksichtigt 3 .  In  welchem
Maße  er  den  Ertrag  beeinflußen  kann,  zeigt  eine  Seidenweberei, ­
  die  in  einem  mangelhaft  erleuchteten  Hochbau  ein
um  16°/o  geringeres  Ergebnis  zu  verzeichnen  hatte,  als  in
einem  neuen,  hellen  Shedbau,  der  mit  den  gleichen  Webstühlen
ausgerüstet  war 4 .
Ein  guter  Arbeitsraum  regt  suggestiv  zur  Arbeit  an.
„Es  gibt  Fabriken  von  einer  Helligkeit  durchflutet,  die  den

Saal  einen  Schraubbock  usw.“  In  der  Textilindustrie  kommt  z.  B.  die
Forderung  vor  „keine  geleimten  Ketten  zur  Verarbeitung  zu  geben
bzw.  bei  geleimten  Ketten  die  Akkordsätze  zu  erhöhen“  (L.  Bernhard,
Die  Akkordarbeit  in  Deutschland,  S.  146).
1  Kuppert,  Aufgaben  und  Fortschritte  des  deutschen  Werkzeugmaschinenbaues, ­
  Z.  d.  V.  d.  I.,  1906,  S.  574.
2  Levasseur,  S.  233.  —  Vgl.  ferner  Shadwell,  S,  340.
3  In  einem  Tarifvertrag  der  Former  und  Gießereiarbeiter  findet
sich  etwa  folgender  Passus:  „Die  Arbeitsplätze  sollen  vom  Unternehmer
genügend  beleuchtet  werden“  (Der  Tarifvertrag  im  Deutschen  Reich,
4  Schüler,  Schriften,  S.  110.  —  Vgl.  über  diesen  Punkt  noch:
Shadwell,  S.  293;  P.  Möller,  S.  81.