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artigste  Beispiel.  Kapitalschwache,  Klein-  und  Zwergbetriebe
können  diese  Veränderung  nur  schwer  mitmachen.  Eine  Verkürzung ­
  der  Arbeitszeit  unter  das  hygienische  Maximum  würde
ihnen  nach  und  nach  die  Existenzbasis  abgraben.  Der  Erörterung ­
  dieser  Verhältnisse  und  Zustände  sind  die  nun  folgenden ­
  Darlegungen  gewidmet.
Im  großen  ganzen  stellt  das  Handwerk  am  besten  den
charakteristischen  Typus  einer  Technik  und  Arbeitsweise  dar,
bei  der  eine  Verdichtung  der  Produktionsakte  auf  eine  kürzere
Spanne  Zeit  sehr  beschränkt  ist.  Beispiele  folgen  hernach.
Der  Gegenstand  wäre  an  sich  bedeutsam  genug,  um  eine  genauere ­
  Betrachtung  zu  verdienen.  Dazu  fällt  von  diesem
Gegenbild  noch  einmal  ein  helles  Licht  auf  gewisse,  der  industriellen ­
  Produktion  eigene  Züge,  die  die  Grundlage  höherer
Arbeitsintensität  bilden *  1 .
Der  Handwerker  nimmt  an  seinem  Material  Veränderungen
aller  Art  vor,  als  da  sind:  Schlagen,  Hauen,  Stoßen,  Strecken,
Quetschen,  Stanzen,  Hämmern,  Sägen,  Bohren,  Drehen,  Hobeln,
Stemmen,  Pressen,  Schleifen.  Er  benutzt  zur  Bearbeitung
seiner  Rohstoffe  einfache  Werkzeuge,  wie:  Hammer,  Säge,
Axt,  Bohrer,  Zange,  Meißel,  Stemmeisen.  Wenn  der  Handwerker ­
  Kapital  und  Kenntnisse  besitzt,  kommen  hierzu  einfache ­
  Handwerksmaschinen,  wie  Drehbank  oder  Sickenmaschine,
ein  Fall  der  zunächst  ausgeschieden  werden  soll.  Das  Handwerk
ist  trotz  einzelner  maschineller  Einrichtungen  der  wichtigste,
freilich  nicht  der  einzige  Vertreter  der  Handarbeit.  Die
Eigenart  des  Handwerks  besteht  darin,  daß  der  Arbeiter  zugleich ­
  Motor  und  Direktor  der  Bewegung  ist.  Er  vereinigt
physische  und  intellektuelle  Tätigkeit,  im  Gegensatz  zum  Industriearbeiter, ­
  dem  die  Kraftmaschine  den  motorisch-physischen
Antrieb  abnimmt.  Dieser  kann  offenbar  sein  Tempo  mit
L,  1899,  S.  137).  —  Schon  Babbage  konstatiert  1832,  daß  die  Erfindung
und  Einführung  neuer  Methoden  für  das  Schmieden  und  Schweißen  von
Gewehrläufen  direkt  durch  die  Forderung  besserer  Arbeitsbedingungen
verursacht  wurde  (S.  u.  B.  Webb,  Theorie  und  Praxis  der  englischen
Gewerkvereine,  1898,  II,  S.  245—254).  Hohe  Löhne  mögen  den  industriellen ­
  Fortschritt  noch  mehr  anspornen  als  kurze  Arbeitszeiten.  In  der
englischen  Baumwollindustrie  haben  sich  erst  an  Lohnerhöhungen  viele
technische  Fortschritte  geknüpft  (Schulze-Gävernitz,  Zum  sozialen
Frieden,  1890,  II,  S.  274).  —  Vgl.  ferner  Brassey,  Work  and  Wages,
1872,  Chap.  V,  besonders  S  136  f.  —  Brentano,  S.  36.  —  Schönhofif,  S.  276.
1  Benutzte  Literatur:  G.  Müller,  Handwerkszeug  und  Handwerksmaschine. ­
  Ein  wirtschaftswissenschaftlicher  Vergleich,  1906.  —  E.  Herrmann, ­
  Technische  Fragen  und  Probleme  der  Volkswirtschaft,  189i;  derselbe: ­
  Prinzipien  der  Wirtschaft,  1873.  —  G.  Zöpfl,  Nationalökonomie  der
technischen  ßetriebskraft,  1903.  —  Das  im  folgenden  entworfene  Bild
des  Handwerkers  kann  nur  eine  methodisch  vereinfachende  Konstruktion
darstellen,  die  das  Wesentliche  schärfer  hervortreten  läßt.  Die  Wirklichkeit ­
  muß  Abweichungen  und  Übergänge  aufweisen,  die  nicht  berührt
werden  können,  zumal  da  sie  die  Ergebnisse  keineswegs  verändern
würden.