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clas  Nervensystem  schädigen 1 .  Das  Handwerk  ist  schon  durch
die  besondere  Verwebung  qualifizierter  und  physisch-mechanischer ­
  Leistungen  an  einer  wesentlichen  Steigerung  seiner
Intensität  gehindert.  Tritt  die  Qualität  des  Werks  als  wesentlicher ­
  Zweck  der  Arbeit  in  den  Vordergrund  —  am  entschiedensten ­
  im  Kunstgewerbe  —  so  wird  eine  angemessen
kurze  Arbeitszeit  geradezu  Postulat  des  Erfolges.
Schon  der  einzelne  technische  Akt  widersteht  an  sich,
wie  wir  fanden,  einer  Verdichtung  auf  eine  kürzere  Spanne
Zeit.  Die  Aneinanderreihung  dieser  Akte  im  eigentlichen
Arbeitsprozeß  bringt  ein  neues,  noch  wichtigeres  Moment  an
die  Frage  heran.  Der  Handwerker  wechselt  stetig  mit  seinen
Werkzeugen,  je  nachdem  sich  das  Arbeitsstück  in  einem
früheren  oder  späteren  Stadium  der  Formgebung  befindet.
Er  behandelt  jedes  Stück  für  sich.  Der  Büchsenmacher  alten
Stils,  der  die  50  Teile  eines  Magazingewehres  einzeln  anfertigt ­
  und  dann  zusammenpaßt,  ist  ein  typischer  Vertreter
dieser  Produktionsmethode.  Damit  wird  das  Handwerk
durch  eine  in  seinem  Wesen  liegende  Bestimmung  getroffen, ­
  die  für  eine  Beschleunigung  des  Arbeitstempos  maßgebend ­
  ist.
Der  Handwerker  geht  gewissermaßen  nach  allen  Dimensionen ­
  langsam  um  eine  Kugelform  herum,  während  der
arbeitsteilige  Spezialist  sich  schnell  an  einer  geraden  Linie
entlang  bewegt.  Die  Muskelbewegungen  des  Handwerkers
verlaufen  nicht  einförmig,  rhythmisch-gleichmäßig  genug,  um
die  Verdichtung  der  Produktionsakte  der  Mehranstrengung
gegenüber  lohnend  zu  machen.  Im  Gegenteil.  —  Der  Wechsel
der  je  nach  dem  individuellen  Zweck  koordinierten  Bewegungen
kann  solcher  Tätigkeit  unter  Umständen  eine  Art  künstlerischen
Reiz  verschaffen,  der  damit  erkauft  wird,  daß  eine  Beschleunigung ­
  nur  auf  Kosten  der  persönlichen  Spannkraft  und  sachlichen ­
  Qualität  vor  sich  gehen  könnte.
Die  Fabrik  arbeitet  ihrem  Wesen  nach  auf  Vorrat;  das
Handwerk  im  alten  Sinn  ist  auf  Kundenproduktion  und  Bestellung ­
  angewiesen.  Der  Großbetrieb  erzeugt  Massenartikel,
der  typische  Kleinmeister  leistet  individuelle  Arbeit,  muß  sich
den  Aufträgen  von  Fall  zu  Fall  anpassen.  Die  Schwierigkeit,
den  Produktionsprozeß  bei  kürzerer  Arbeitszeit  zu  verdichten,
liegt  so  implicite  im  Wesen  des  handwerklichen  Kleinbetriebs 1  2 .
1  Körperliche  Anstrengung  im  Verein  mit  geistiger  wirkt  besonders
ermüdend  und  schädigend.  Vgl.  zu  diesem  Punkt  A.  Mosso,  Die  Ermüdung, ­
  deutsch,  1892,  S.  150,  280.  —  P.  Sehönhals,  Über  die  Ursachen
der  Neurasthenie  und  Hysterie  bei  Arbeitern,  Berliner  Diss.,  1906,
8.  24—25.  —  S.  Bettmann,  Psychische  Arbt.,  herausgeg.  v.  Kraepelin,
I,  S.  193,  208.
2  Der  scharfe  Beobachter  Adam  Smith  bringt  diesen  Zug  gut
heraus.  „Es  ist  unmöglich,  sehr  schnell  von  einer  Art  Arbeit  zur  andern
überzugehen,  wenn  sie  an  einer  andern  Stelle  und  mit  ganz  andern