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in  Deutschland  benutzt,  während  es  über  80  000  Bäckereien
gibt 1 .  Von  dieser  wichtigsten  Hilfsmaschine  der  Weißbäckerei
kommen  außerdem  auf  größere  Betriebe  wahrscheinlich  mehrere
Exemplare.  Unter  diesen  Umständen  sind  die  Schwierigkeiten,
eine  Arbeitszeitreduktion  durch  eine  Mehrleistung  auszugleichen,
für  einen  kleinen  Bäckereihetrieb  außerordentlich 1  2  * .  Im  Gegensatz ­
  zu  anderen  Gewerben  findet  in  Australien  nach  Einführung ­
  des  Achtstundentags  ein  Drittel  der  Arbeitslosen  bei
den  Bäckern  Beschäftigung 8 .
Allen  Betrieben,  die  in  irgend  einer  Hinsicht  des  technischorganisatorischen ­
  Fundaments  höherer  Arbeitsintensität  ermangeln, ­
  droht  bei  kürzerer  Arbeitszeit  ein  Produktionsausfall. ­
  Hierher  gehören  jene  kapitalschwachen  Unternehmungen, ­
  die  hei  stabiler  Technik  und  ungenügender
Organisation  dahinvegetieren  und  den  Konkurrenzkampf  durch
Verschlechterung  der  Arbeitsbedingungen  aufrechterhalten
müssen,  denen  jede  ungünstige  Schwankung  der  Konjunktur
sowieso  eine  Art  Damoklesschwert  bedeutet.  Der  Gewerbeinspektor ­
  von  Hildesheim  ist  der  Meinung,  daß  zehnstündige
Arbeitszeit  allen  den  Betrieben  schadet,  die  auch  bei  elfstündiger
auf  die  Dauer  nicht  lebensfähig  geblieben  wären  4 .  Die  schweizer
Fabrikinspektoren  berichten,  daß  in  einigen  schlechteingerichteten ­
  und  veralteten  Textilbetrieben  der  Elfstundentag  einen
leichten  Rückgang  der  Produktion  verursachte 5 .  Mit  diesen
Beobachtungen  steht  vielleicht  die  Tatsache  in  Zusammenhang,
daß  in  dem  australischen  Staate  Viktoria  nach  Durchführung
des  Achtstundentags  bei  einigen  Gewerben  eine  kleine,  aber
anomale  Verminderung  der  Betriebszahlen  auftrat 6 .  So  bei
Brauern,  Sattlern,  Schuhmachern.  Die  Gesamtproduktion  dieser
Industrien  blieb  indessen  auf  alter  Höhe.
Fabrik  und  Handwerk,  Groß-  und  Kleinbetrieb  stehen
in  einem  Verhältnis,  das  in  mehr  oder  weniger  großer  Annäherung ­
  dasjenige  von  höherer  und  niederer  Technik  widerspiegelt. ­
  Der  Übergang  zu  verbesserten  Produktionsmethoden
hängt  von  der  Intelligenz  der  Leitung,  vor  allem  von  der
Kapitalkraft  einer  Unternehmung  ab,  die  sich  wieder  in  der
Größe  der  Betriebe  dokumentiert.  —  Die  wirkliche  Länge
der  Arbeitszeit  wird  von  dem  ganzen  Getriebe  historischer
und  politisch-sozialer  Strömungen  her  beeinflußt.  Sie  wird
den  technisch-organisatorischen  Faktoren  nur  in  großen  Linien

1  G.  Müller,  S.  106.
2  K  Oldenberg,  Der  Maximaiarbeitstag  im  Bäckerei-  und  Konditoreigewerbe- ­
  Jahrb.  f.  Gesetzgeb.  u.  Verw.,  Bd.  18,  Teil  II,  8.  120—121.
&amp;  3  8t  Bauer,  Arbeiterfragen  und  Lohnpolitik  in  Australasien,
Jahrb.  f.  Nationalök.  u.  Stat.,  1891,  S.  690.
4  Die  Arbeitszeit  der  Fabrikarbeiterinnen,  b.  15J;  auch  8.  211.
6  Schüler,  Der  Normälarbeitstag  in  seinen  Wirkungen  auf  die
Produktion,  Arch.  f.  Gesetzgeb.  u.  Stat,  IV,  S.  88,  95.
6  J.  Eae,  S.  292.