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Die  tägliche  Kraftersparnis  durch  Gewinn  des  Leergangs
und  längere  Ruhezeit  kann  sich  bei  ihrem  kleinen  Betrage
erst  auf  die  Dauer  bemerkbar  machen.  Sie  geht  als  physiologischer ­
  Vorgang  automatisch-unbewußt  vor  sich,  kann  sich
unabhängig  von  bewußten  Willensimpulsen  durchsetzen.  Der
Effekt  tritt  eben  nicht  nur  bei  Akkordarbeitern  ein,  wo  ein
begreiflicher  Anreiz  besteht,  jeden  Zuwachs  an  Spannkraft
auch  in  mehr  Produkt  zu  investieren,  sondern  auch  bei  Zeitlohnern. ­
  Diese  bedeutsame  Tatsache,  die  das  Wesen  der  in
Frage  stehenden  Vorgänge  gut  beleuchtet,  wird  durch  die  Erfahrungen ­
  in  den  englischen  und  österreichischen  Staatsbetrieben ­
  bestätigt.  Weitere  Belege  bilden  die  Zeugnisse  der
Maschinenbauer  Allan  &amp;  Co.  und  Johnson,  zwei  Werke,  die
nach  Zeitlöhnen  arbeiten  h  Bei  Mather  standen  zwei  Drittel
der  Leute  in  Zeitlohn.  Übrigens  haben  auch  die  australischeif
Maurer  in  Viktoria,  deren  schneidiges  Draufgehen  das  Erstaunen ­
  aller  Reisenden  erregt,  keine  Stücklöhne.
Gewiß  wird  ein  bequemer  Zeitlöhner  nicht  immer  einen
Kraftzuwachs  so  ausnutzen,  wie  ein  Akkordarbeiter.  Aber
auch  bei  ihnen  droht,  soweit  es  in  ihrer  Macht  steht,  kein
Sinken  der  Leistung,  wenn  die  Betriebsleitung  an  die  Ehre
ihrer  Arbeiter  appellierend,  die  Einführung  kürzerer  Arbeitszeit ­
  von  der  Erwartung  „that  every  man  will  do  his  duty“
abhängig  macht.  So  bei  Mather,  den  österreichischen  Staatsbetrieben ­
  und  anderwärts.  Die  chemische  Fabrik  Burroughs,
Wellcome  &amp;  Co.  hat  bei  Einführung  des  Achtstundentages
keine  Erhöhung  der  Produktionskosten  oder  Verminderung
des  Ertrages  zu  verzeichnen.  Der  Chef  schreibt  von  seinen

(Die  Arbeitszeit  der  Fabrikarbeiterinnen,  S.  157,  166),  so  ist  dagegen  zu
sagen,  daß  kürzere  Arbeitszeit  durch  Hebung  der  physischen  Spannkraft
diese  Qualitäten  allmählich  schafft  und  auf  die  Dauer  auch  die  geistigen
Fähigkeiten  entwickelt.  Oft  läßt  sich  schon  unmittelbar  nach  Einführung ­
  kürzerer  Arbeitszeit  ein  Mehr  an  Intelligenz  feststellen  (J.  Rae,
8.  137).  —  Außer  Alter,  Konstitution  und  Lebensführung  ist  die  Ernährung ­
  von  entscheidender  Bedeutung  für  die  Leistungsfähigkeit  und
Qualität  des  Arbeiters.  Die  Versuche  am  Ergographen  haben  den  Zusammenhang ­
  von  Nahrungsaufnahme  und  Arbeitsleistung  klargestellt.
Nach  der  Mahlzeit  ist  die  Muskelleistung  höher  als  am  Vormittage.
(E.  Roth,  Ermüdung  durch  Berufsarbeit,  Ärztl.  Sachverständigen  Zeitung,
1907,  S.  390;  Römer,  Versuche  über  Nahrungsaufnahme  und  geistige
Leistungsfähigkeit.  Psychologische  Arbt.,  herausgeg.  v.  Kraepelin,  II,
S.  695,  ferner  III,  S.  689).  —AVer  intensiv  arbeiten  soll,  muß  sich  entsprechend ­
  ernähren.  Der  amerikanische  Arbeiter  genießt  in  Massachusets
  täglich:  127  g  Eiweiß,  186  g  Fett,  531  g  Kohlehydrate;  der
belgische  70  .g  Eiweiß,  26  g  Fett,  461  g  Kohlehydrate.  (L.  v.  Buch,
El.  d.  pol.  Ök.,  S.  7.)  Australien  mit  Achtstundentag  ist  zugleich  das
relativ  am  meisten  fleischkonsumierende  Land  der  Welt.  (St.  Bauer,
Arbeiterfr.  u.  Lohnpol.  in  Austral-Asien,  Jahrb.  f.  Nationalök.  u.  Stat.,
1891,  S.  687.)
&gt;  J.  Rae,  8-  97.