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Produktionsausfall  nach  sich  zog 1 ,  sind  also  folgenden  drei
Ursachenreihen  zuzurechnen,  die  zum  Teil  ineinandergreifen:
1.  Mangelnde  Technik  oder  Organisation,
2.  mangelnder  Eifer  der  Arbeiter,
3.  die  Optimalintensität  ist  überschritten.
Anderseits  wird  höhere  Intensität  der  Arbeit  überall  da  eintreten,
  wo  die  früher  erörterten  technisch-organisatorischen
Prämissen  gegeben  sind,  wo  vor  allem  die  einzelne  technische
Funktion  arbeitsteilig  zugeschnitten  ist,  und  wo  die  Arbeiterschaft ­
  die  erforderlichen  Qualitäten  besitzt  oder  entwickeln
kann.
Für  die  „automatisch-unbewußt“  vor  sich  gehende  Beschleunigung ­
  des  Produktionsganges  muß  auch  ein  psychologischer ­
  Faktor  in  Anspruch  genommen  werden.  Er  entspringt ­
  aus  der  kooperativen  Arbeitsweise,  der  ganzen  gesellschaftlichen ­
  Verfassung  der  Fabrik.  Ein  lässiger  Industriearbeiter ­
  wird  als  Rädchen  im  Getriebe  eines  Ganzen  auch
ohne  besondere  Aufsicht  und  ohne  Antrieb  viel  eher  angespornt
werden,  als  etwa  ein  isolierter,  träger  Landarbeiter.  —  Bei
einem  Dauermarsch  ist  es  für  den  isolierten  Geher  bekanntlich ­
  viel  schwieriger,  ein  bestimmtes  Tempo  durchzuhalten,
als  für  zwei  oder  mehr.  Da  unwillkürliches  Nachlassen  bei
mehreren  nie  auf  den  gleichen  Zeitpunkt  fällt,  wirkt  das  unveränderte ­
  Tempo  der  anderen  ermunternd  und  regulierend.
Eventuell  wird  diese  Funktion  einem  besonderen  Schrittmacher
übertragen.
Bücher  weist  auf  die  gleichen  Zusammenhänge  bei  rhythmisch ­
  ausgeführter  Handarbeit  hin.  Der  einzelne  Arbeiter
gönnt  sich  Ruhepausen.  Mit  Hilfe  mehrerer  Arbeiter  läßt
sich  ein  schnellerer  Takt  erzielen.  Die  gemeinsame  Arbeit
regt  zu  Wetteifer  an;  keiner  will  hinter  dem  anderen  an
Kraft  und  Ausdauer  zurückstehen  2 .  —  Auch  in  der  modernen
Werkstatt  werden  persönliche  Differenzen  der  Körperkraft
und  des  Arbeitstemperaments  durch  den  beschleunigten  Puls,
die  schnellere  Rhythmik  des  Ganzen  ausgeglichen,  die  anreizend ­
  auf  die  Individuen  zurückwirkt.  Eine  suggestive
Wechselwirkung,  eine  unbewußte  gegenseitige  Nachahmung
greift  um  sich;  sie  erfaßt  auch  ohne  eigentliches  Indiehandarbeiten
  den  ganzen  Betrieb.
schmeckt  zu  sehr  nach  Tendenz,  um  irgendwelchen  Anspruch  auf
objektive  Beweiskraft  erheben  zu  können.
1  Über  derartige  Fälle  vgl.:  Die  Arbeitszeit  der  Fabrikarbeiterinnen, ­
  S.  213—214;  Preuß.  Jahrcsber.  für  1904,  S.  502.  —  1893—1896
müssen  von  56223  Arbeitern  10°/o  den  Achtstundentag  aus  teilweise
unbekannten  Gründen  wieder  aufgeben  (J.  Rae,  Neue  Fortschritte  der
Achtstundenbewegung  in  England,  Arch.  f.  soz.  Gesetzgeb.  u.  Stat.,
1898,  S.  16,  27).
2  K.  Bücher,  Arbeit  und  Rhythmus,  1902,  S.  27.  Weitere  zahlreiche ­
  Beispiele  S.  27—29.