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der  Maschinenbauer  von  1897—1898  wird  festgestellt,  daß  die
Londoner  Arbeiter,  die  qualifizierte  Arbeit  verrichten,
die  48stündige,  einzelne  sogar  die  44stündige  Arbeitswoche
haben,  und  daß  die  Arbeitszeit  um  so  länger,  bis  zu  54  und
56  Stunden  die  Woche,  dauert,  je  gröber  und  niedriger  die
Arbeit  im  Maschinenbau  ist,  wie  dies  bei  den  Fabriken  der
Provinz  vielfach  vorkommt 1 .  Auch  aus  der  großen  österreichischen ­
  Erhebung  über  „die  Arbeitszeit  in  den  Fabrikbetrieben“ ­
  erhellt,  daß  die  Qualifikation  einen  wesentlichen
Einfluß  auf  die  Dauer  der  Arbeitsschicht  übt 2 .  Wie  früher
gezeigt  wurde,  haben  die  Städte  aus  diesem  Grunde  allenthalben ­
  kürzere  Arbeitszeiten  als  die  ländlichen  Gebiete.
Kürzere  Arbeitszeit  involviert  nicht  nur  einen  Zuwachs
an  Vitalität  und  Spannkraft;  sie  macht  zugleich  ein  Mehr  an
Willen  und  Intellekt  frei,  dessen  die  moderne  technische
Arbeit  bedarf.  Zu  den  von  ihr  gestellten  Aufgaben  gehört,
wie  Ochelhäuser  darlegt,  vor  allem  die  schwierige  Bedienung
und  Instandhaltung  der  Kraft-  und  Arbeitsmaschinen.  An
Stelle  der  manuellen  Ausbildung  tritt  eine  Entwicklung  der
geistigen  Fähigkeiten.  In  dieser  Hinsicht  drängt  sich  ein
bedeutsamer  Unterschied  auf,  wenn  man  die  Wartung  der
Wasserräder,  Windräder  und  Göpel  in  älterer  Zeit  gegen  die
Tätigkeit  eines  Maschinisten  im  Elektrizitätswerk,  die  Führung
einer  Fördermaschine  bei  den  Bergwerken  oder  die  der  riesigen
Reversiermaschine  in  den  Walzwerken  hält 8 .
Während  das  Arbeitsinstrument  immer  kunstvoller  und
teurer  wird,  ist  die  auf  den  Kopf  des  Arbeiters  kommende
Produktmenge  ungeheuer  gestiegen.  In  gleichem  Maße  werden
an  Intelligenz  und  Verantwortlichkeitsgefühl  steigende  Anforderungen ­
  gestellt,  die  nur  ein  aufmerksamer,  zuverlässiger
Mann  während  einer  nicht  zu  langen  Zeit  erfüllen  kann.
Schulze-Gävernitz  stellt  den  Puddler  alten  Stils  dem  Manne
gegenüber,  der  für  den  Inhalt  eines  riesigen  Siemens-Konverters
verantwortlich  ist.  1871—1900  steigt  die  Zahl  der  deutschen
Arbeiter  beim  Roheisenprozeß  von  23191  auf  34743  Mann,
d.  h.  um  die  Hälfte.  Die  Produktion  aber  um  das  Fünffache
von  1,6  auf  8,5  Millionen  Tonnen.  Die  langsamere  Zunahme
der  Arbeiter  weist,  wie  Wendt  anführt,  darauf  hin,  daß  ein
zunehmender  Teil  der  Arbeiterschaft  eine  mechanische  Tätigkeit ­
  mit  der  mehr  geistigen  Tätigkeit  der  Aufsicht  vertauscht
hat 4 .
1  A.  Tille,  Verh.,  Mitt.  u.  JBer.  d.  Zentralverb,  deutscher  Ind.,
Nr.  101,  S.  55.
2  Die  Arbeitszeit  in  den  Fabrikbetrieben  Österreichs,  1907,  S.  LXV.
3  W.  von  Ochelhäuser,  Technische  Arbeit  einst  und  jetzt,  1906,
S.  21.  —  Eine  zweite  neue  Kategorie  gelernter  Arbeiter  hat  ferner
Auswahl,  Pflege  und  Nacharbeit  der  feinen  in  den  Maschinen  tätigen
Werkzeuge  zu  besorgen  libid.).
4  U.  Wendt,  S.  241.