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besonders  günstiger  Rohstoffbedingungen,  sondern  allein  mit
geistigen  Waffen,  durch  die  Herstellung  von  Qualitätswaren
allerersten  Ranges  wird  Deutschland  der  internationalen
Konkurrenz,  vor  allem  der  amerikanischen  Massenfabrikation
auf  die  Dauer  ein  Paroli  bieten  können.  Abgesehen  von
einigen  Spezialartikeln  scheint  ja  dieser  eine  gewisse  Vollendung ­
  zu  fehlen,  deren  allerbeste  Qualitätswaren  bedürfen 1 .
Eine  Fertigfabrikation  in  großem  Stil  wird  wieder  von  allgemein ­
  technischer  Kultur  und  einer  fortschreitenden  Maschinenbaukunst ­
  getragen.
Gewiß  trägt  unmittelbar  die  Fähigkeit  der  Techniker  und
„captains  of  industry“  den  Sieg  im  Konkurrenzkampf  davon.
Ebenso  sicher  ist  aber,  daß  die  Generäle  der  Industrie  nichts
ohne  gutes  Rekrutenmaterial,  ausgebildete  Mannschaften  und
intelligente  Unteroffiziere  ausrichten  können.  An  diesen
herrscht  kein  Überfluß,  wie  denn  regelmäßig,  'besonders  in
Zeiten  guten  Geschäftsganges  die  Klagen  über  den  Mangel
an  wirklich  gelernten  Arbeitern  wiederkehren *  1  2  3 .—-  „Der  Sieg
im  Konkurrenzkampf  muß  doch  schließlich  dem  Lande  verhleiben,
  das  die  technisch  vollkommensten  Produktionsmittel
in  die  Hände  der  leistungsfähigsten  Arbeiterschaft  legt“
(v.  Halle).  Unter  diesem  Gesichtspunkt  wird  die  soziale
Reform  eine  wirtschaftspolitische  Notwendigkeit 8 .  „In  der
intelligenten  Ausbildung  des  Arbeiters,“  so  erklärt  der  Ingenieur
Bach,  „liegt  unter  den  heutigen  Verhältnissen  die  Kraft  der
deutschen  Industrie  —  viel  mehr  als  der  flüchtige  Blick  glaubt“  4 .
Die  führenden  deutschen  Werke  haben  in  der  Erkenntnis
dieser  Zusammenhänge  eigene  Fachschulen  gegründet,  um  sich
einen  leistungsfähigen  Arbeiterstamm  zu  erziehen 5  &amp;  * .

—•  Ein  deutscher  Stahlindustrieller  äußert  sich  folgendermaßen  :  „Unsere
deutschen  Arbeiter  leisten  vielfach  in  der  Großwalzerei  heute  ebensoviel, ­
  eher  mehr  als  die  englischen,  aber  in  den  feineren  Arbeiten  wie
sie  in  der  Feinblechherstellung  Vorkommen  und  in  der  Weiterverarbeitung
des  Feinblechs  zu  Weißblech  ist  ihnen  der  Engländer  immer  noch  über“
(H.  Levy,  a.  a.  O.  8.  357).
1  Levasseur,  Bd.  I,  S.  114  f.  —  A.  Shadwell,  England,  Deutschland
und  Amerika,  1908,  S.  315,  341.
2  Jahresberichte  der  Potsdamer  Handelskammer,  Sitz  Berlin,  1905,
S.  63,  111,  124,  132;  1906,  8.  111,  116,  122,  125;  1907,  S.  51,  85,  105.
3  E.  v.  Halle,  Weltpolitik  und  Sozialreform,  Volks-  und  Seewirtschaft, ­
  1902,  II,  S.  227.  —  Ygl.  ferner  Philippovich,  Volkswirtschaftspolitik ­
  I,  1905,S.238  —239.  Ähnliche  Postulate  bei  A.  Tille  (Deutsche
Industriezeitung,  1901,  S.  182,  281)  ohne  die  sozialpolitische  Wendung.
4  W.  H.  Bach,  Werkstattorganisation  —  „amerikanisch“.  Werkstattstechnik, ­
  1907,  S.  223.
5  Ochelhäuser,  Technische  Arbeit  einst  und  jetzt,  S.  22,  46.  —
Über  ein  einzelnes  Beispiel  vgl.  J.  Lilienthal,  Fabrikorganisation,
Fabrikbuchführung  und  Selbstkostenberechnung  der  Firma  Ludw.  Loewe
&amp;  Co.,  1907,  S.  209—220.  —  Hier  soll  unter  anderem  das  zeichnerische
Verständnis  entwickelt  werden,  einer  der  vielen  Punkte,  in  dem  die
handwerksmäßige  Ausbildung  völlig  versagt  (Jahresber.  d.  Kgl.  Preuß.
Reg.-  u.  Gew.-Räte,  1906,  S.  160).