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Reize,  vor  allem  Alkohol,  anzuregen 1 .  Zahlreiche  Zeugenaussagen ­
  vor  der  „Royal  Commission  on  the  Relations  of
Capital  and  Labour  in  Cannada  1889“  betonen,  daß  der  überanstrengte ­
  Arbeiter  mehr  dazu  neigt,  den  Körper  durch
alkoholische  Getränke  zu  beleben,  als  der  Mann,  der  die  Arbeit
verläßt,  bevor  seine  Kräfte  erschöpft  sind 1  2 .  Die  Erhebungen
der  Royal  Commission  on  Labour  1891  bestätigen,  daß  der
Achtstundentag  den  Temperenzvereinen  neue  Mitglieder  zuführt. ­
  Viele  Arbeitgeber,  besonders  aus  dem  Textilgewerbe
und  Bergwerk  berichten,  daß  die  freie  Zeit  gut  ausgenützt
wird.  An  den  Hochöfen  von  Westcumberland  erhöht  z,  B.
die  Verkürzung  der  Arbeitszeit  die  Mitglieder  des  Temperenzlervereins ­
  um  50  °/o.  Lesebibliotheken  werden  begründet 3 .
Fromont  stellt  fest,  daß  mit  dem  "Eintritt  des  Achtstundentages ­
  der  Alkoholgenuß  innerhalb  und  außerhalb  der  Fabrik
verschwindet.  „Ses  habitudes  repröhensibles  ont  fait  place  ä
la  sobriötö,  ä  l’ord2’e,  a  la  bonne  tenue  et  ä  la  proprete.
L’esprit  de  nos  ouvriers  s’est  notablement  modifid.“  Die  mit
dem  Achtstundentag  1892  begründete  Fabriksparkasse  hat  bis
1904  eine  steigende  Zahl  von  Teilnehmern  und  Beträgen  pro
Kopf  zu  verzeichnen 4 .  —  Trotz  hoher  Löhne  und  kurzer
Arbeitszeiten  sinkt  der  Alkoholismus  beständig  in  Australien.
Dies  geht  aus  dem  Verbrauch  an  Getränken,  wie  aus  der
Statistik  der  Schankläden  und  der  Verhaftungen  wegen  Trunkenheit ­
  hervor.  Dagegen  steigt  der  Bücherkonsum,  während  die
Zahl  der  Polizisten  pro  Kopf  abnimmt 5 .  Nach  der  Reduktion
der  Arbeitszeit  in  den  australischen  Baugewerben  wurde
erwartet,  daß  der  Achtstundentag  den  Trinkhäusern  von
Sidney  zugute  kommen  würde.  Dies  trat  nicht  ein.  „Dagegen
hatte  die  Kunstschule,  in  welcher  mechanisches  und  Freihandzeichnen, ­
  Modellieren,  Malen  u.  dergl.  gelehrt  wurde,  die  Zahl
ihrer  Zimmer  zu  verdoppeln;  die  Arbeiten  wurden  von  da  an
kunstvoller  und  intelligenter  ausgeführt 6 .“
K.  Oldenberg  macht  gelegentlich  der  Arbeitszeitverkürzung
im  Bäckereigewerbe  auf  die  schlechten  Erfahrungen  der  Sonntagsruhe ­
  und  die  Gewohnheit  des  blauen  Montags  aufmerksam.
Er  nennt  die  Fiktion,  daß  sich  die  jungen  Arbeiter  in  ihren
Mußestunden  Kunstgenüssen  oder  der  Fortbildung  widmen,
1  Vgl.  A.  Kolb,  Als  Arbeiter  in  Amerika,  1904,  S.  75.  —  H.  v.
Nostiz,  S.  508.
2  S.  Webb  and  H.  Cox,  The  Eight-Hours-Day,  S.  148.
3  Royal  Comm.  on  Labour,  1891,  Group  A,  vol.  II,  p.  258.  —
H.  v.  Nostiz,  S.  509.
4  Fromont,  Une  Experience  Industrielle,  S.  82,  85,  86.
6  St.  Bauer,  Arbeiterfragen  und  Lohnpolitik  in  Australasien,  Jahrb.
f.  Nat-Ök.  u.  Stat.,  1891,  S.  668.  —  J.  Rae,  S.  304—308.
6  Auszug  aus  einem  amtlichen  Bericht  im  „Volksstaat“,  Jahrg.
1873,  Nr.  31.  Zitat  nach  H.  Frankel,  Die  tägliche  Arbeitszeit  in  Industrie ­
  und  Landwirtschaft,  1882,  S.  72.