15 Düngers für ihre Mitglieder, Benützung von Maschinen, An schaffung von Vieh und Betriebsinventar zu billigen Kosten und Verwertung der Produkte zu guten Preisen geleistet haben, ist bekannt. Kostenersparnisse wurden ferner durch Zusammen legung von Grundstücken und Feldwegregulierung erzielt; die Werterhöhung allein durch die bayrische Flurbereinigung in der Zeit 1886 bis 1909 wird auf 12 % Millionen Mark be ziffert. Es stiegen die Erträge von Roggen zwischen 1882 und 1909 um 55 %, von Weizen um 35 %, Gerste 24 % und Hafer um 38,5 %. Die Bevölkerung aber wuchs in dieser Zeit um 39,7 % und gleichzeitig stiegen ihre Bedürfnisse. Die Getreide fläche aber sehen wir in dieser Zeit um 7,49 a pro Kopf der Bevölkerung abnehmen. Darum mußte trotz der Zölle ein großer Bruchteil unseres Ge treidebedarfes nach wie vor aus dem Aus lande bezogen werden, zwar nicht für alle Arten Getreide gleichmäßig. Der Bedarf wurde vom Inland gedeckt 19G9/10 in Roggen zu 100%, in Weizen zu 6 1,9%, in Spelz zu 100%, in Gerste zu 5 4,7 % und Hafer zu 100%. Vom Ausland wurde be zogen Weizen 3 8,1 % des Bedarfes, Gerste 4 5,3 %. Also wird nur der Roggen- und Haferbedarf heute auf deutschem Boden erzeugt, der Weizen zu ungefähr einem Drittel und die Gerste in noch größe rem Maße aus dem Ausland bezogen. Die deutsche Landwirtschaft kann also den heutigen Bedarf des Volkes an Nahrungsmitteln n 1 c h t mehr decken, außer man kehrte wieder zum überwiegenden Agrarstaat zurück. Wie aber in diesem die ®L7 Millionen des heutigen Deutschland leben sollen, ist ein Rätsel, das uns die Hochschutzzöllner erst noch lösen sollen.