33 den Getreidezollüberschüssen aufgebaute Witwen- und Waisen versorgung die Politik ihrer Partei gutgeheißen hatten, sahen ihre Felle davonschwimmen. Dieser durch die Äusfuhrscheine verursachte Ausfall im Zollertrag war aber noch die geringste Schädigung, welche unser Schutzsystem den öffentlichen Finanzen gebracht hat. Weit schädlicher ist, daß es die Leistungsfähigkeit der Steuerzahler in Reich, Einzelstaaten, Gemeinden erschöpft. Daher beschäftigen wir uns seit Jahren vergeblich mit Finanz reformen, welche die ordentlichen Einnahmen der öffentlichen Körperschaften mit deren Ausgaben ins Gleichgewicht bringen sollen. Man hat die direkten Steuern erhöht und einen Ver- hrauchsgegenstand nach dem andern mit indirekten Steuern belegt, so daß wir vom ersten Schritt aus dem Bette am Morgen, big w i r uns wieder niederlegen, nichts genießen, ohne Tribut zu zahlen. Dem darüber Seufzenden wird dann regelmäßig vorgerechnet, er zahle pro Kopf der Bevölkerung an Reich und Einzelstaaten doch noch lange nicht so viel Steuer wie z - B. der englische Steuerzahler dem englischen Staate und dabei stellt man nur gegenüber, was in Deutschland und England der Staat wirklich einnimmt. Als ob der Steuerzahler nur durch das belastet würde, was Reich und Einzelstaaten von dem, w as er infolge der Steuern mehr zahlen muß, wirklich erhalten, und nicht vielmehr durch den ganzen Betrag, den er infolge der Erhebung einer Steuer mehr als sonst opfern muß, auch durch den, von dem keine öffentliche .Kasse etwas zu sehen bekommt! Da brachten z. B. die Zölle auf Roggen, Weizen, Gerste und Hafer in den drei Jahren 1907/09 dem Reiche 377 013 163 Mark, in jedem derselben durchschnittlich 125 671 054 Mk. Kber der eingeführte Roggen betrug nur 1,6 % des deutschen Roggenbedarfs; im Jahre 1909 wurde dieser ganz durch den Ui Deutschland gebauten Roggen gedeckt. Ähnlich war es 3