48 Die Agrarier verweisen schließlich auf die inter nationale Erntestatistik, die ergibt, daß die in England, Belgien, Holland und Dänemark pro Flächen einheit erzielten Erträge die deutschen Ernteerträge erheblich übertreffen. Sie meinen, wir müßten ebenso weit kommen. Sie übersehen aber, daß der Boden Deutschlands durch schnittlich schlechter und sein Klima ungünstiger ist, als das der genannten Länder. Und zweitens, daß dort nur das für Getreidebau vorzüglich geeignete Land für Getreidebau ver wendet wurde. Auf Böden gleicher Güte wie der genannten Länder haben wir heute schon die gl eichen, wenn nicht größere Durchschnittserträge als diese Länder. Was bei uns die Ziffer der jährlichen Durchschnittserträge drückt, ist das unfruchtbare Land, das bei uns mit Getreide bestellt wird. Die Erträge des unfruchtbaren Landes also müßten bei uns vor allem gesteigert werden, wollen wir unseren gesamten Getreidebedarf auf deutschem Boden erzeugen. Hierzu wären aber außerordentlich hohe Eruchtpreise nötig, um Mehr erträge zu erzielen. Eine solche Wirtschaftspolitik ist jedoch im volkswirtschaftlichen Gesamtinteresse nicht wünschenswert. Die Not der Landwirtschaft. Warum sind unsere Landwirte im Getreidebau mit den Landwirten Amerikas, Rußlands, Argentiniens und anderer Länder nicht konkurrenzfähig und warum können sie es auch mit Hilfe der Getreidezölle nicht werden ? Die Ursachen liegen in den größeren Kosten des deut schen Getreidebaues. Die Kosten des Getreidebaues bestehen aus Verzinsung des Bodenwertes, Kapitalzins, Ar beitslohn, Steuern. Wie verhalten sich diese Kosten in Deutschland zu denen in seinen Konkurrenzländern ?