56 zur Entschuldung des Grundbesitzes die vom Minister in Aus sicht gestellte Katastrophe nicht abzuwenden vermögen, wenn die Forderung des Organs des Bundes der Landwirte in seiner übellaunigen Erwiderung an den Minister zur Erfüllung käme, daß der Zollschutz unvermindert aufreohterhalten würde. Vielmehr dürfte dann diese Katastrophe mit Schrecken hereinbrechen. Man erwäge, daß die landwirtschaftlich benutzte Fläche des Deutschen Reiches jährlich um 0,95 a pro Kopf der Bevölkerung abgenommen hat, so daß bei fortschreitender Bevölkerung um die Mitte des Jahr hunderts wenig mehr als ein halber preußischer Morgen auf den Kopf der Bevölkerung kommen wird, auf dem nach der schutzzöllnerischen Forderung der gesamte Bedarf des deutschen Volkes an Bodenfrüchten erzeugt werden soll. Trotz aller Steigerung der Erträge pro Flächeneinheit ist der Gedanke absurd. Je mehr wir uns aber dem Zeitpunkt nähern, werden Jahr für Jahr die Lebensmittelpreise und als Folge die Bodenpreise die Tendenz haben zu steigen. Und wenn auch der jährlich wachsende Prozentsatz des deutschen Volkes, der nicht von der Landwirtschaft lebt, eben deshalb von den Agrariern als eine nicht in Betracht kommende, verächtliche Masse behandelt zu werden pflegt, so dürfte der von Herrn v - Arnim in Aussicht gestellte Tag, an dem die Getreidezölle wieder beseitigt werden, unaufhaltsam herannahen. Je höher dann die Bodenpreise durch die Zölle getrieben sein werden, desto furchtbarer wird der Zusammenbruch sein. Gerade vom Standpunkt der Landwirtschaft also müssen alle wahren Freunde derselben auf die allmähliche Herabminderung der Zölle be dacht sein. Das ist das einzige Mittel, ohne verhängnis volle Wirkungen für den landwirtschaffliehen Grundbesitz die Rückkehr von den gegenwärtigen ungesunden, verkünstelten, gefährlichen zu gesunden, natürlichen, ruhigen Verhältnissen herbeizuführen.