37 Länder in ihre Herrschaft zu bringen trachtet, ist es notwendig, dass die unabhängigen und auf ein Zusammenarbeiten geradezu angewiesenen Firmen die Basis für ein freundschaftliches Zu sammengehen schaffen. Erwägungen dieser Art waren es auch, die die Geschäfts politik der beiden deutschen Banken bestimmten. Sie standen sich jahrelang feindlich gegenüber, da sich die Diskonto-Gesellschaft durch die Schwesterbank in ihrer eigentlichen Machtsphäre be droht glaubte, sind jetzt aber in richtiger Erkenntnis der Verhält nisse zu einem freundschaftlichen Nebeneinander gelangt. Nur sie haben die Amerikaner bis jetzt gehindert, auch die südost europäischen Produktionsgebiete unter ihre Macht zu beugen. Zur Zusammenfassung ihrer gesamten Petroleuminteressen gründete die Deutsche Bank Anfang 1904 die Deutsche Petro leum-Aktiengesellschaft (»D.P.A.G.«) mit einem Kapital von 20 Millionen Mark, von dem sie selbst 11 100 000 Mk. übernahm. In den Rest teilten sich der Wiener Bankverein (5 Millionen), die Darmstädter Bank (1 250 000 Mk.),, die Nationalbank für Deutsch land (1 Million), die Mitteldeutsche Kreditbank (900 000 Mk.) und Jakob S. H. Stern (750000 Mk.). In der D.P.A.G. ruhen, bei läufig gesagt, neben der Beteiligung an der Steaua auch Aktien der galizischen »Schodnica« (1 350000 Kr.) und einiger kleinerer Unternehmungen in Wietze (Erdölwerke Wietzerdorf G. m. b. H. mit einem Kapital von 1 1 / 2 Millionen Mark) und Russland (Kasbek Syndikate Ltd., London), an denen die Bank beteiligt ist. Mit dem Petroleumvertrieb in Deutschland betraute sie die als Nach folgerin der in Bankerott geratenen russischen Importfirma Gehlig, Machenheim & Co. 1902 gegründete und von der Shell Trans port and Trading Company, London, kontrollierte, 1904 von der Deutschen Bank finanzierte Petroleum-Produkte Aktiengesellschaft (»P.P.A.G.«), über die später noch ausführlich zu sprechen sein wird. Von dem jetzt 12 Millionen Mark betragenden Aktienkapital dieser Gesellschaft besitzt die Deutsche Bank direkt und durch die Steaua Romäna ca. 9 Millionen Mk. — Die D.P.A.G. und die P.P.A.G. verteilten für 1904 und 1905 je 5% Dividende. In ähnlicher Weise fasste die Diskontogesellschaft Mitte 1905 die von ihr und dem Hause S. Bleichröder abhängigen Petroleum unternehmungen in der Allgemeinen Petroleum-Industrie Aktien- Gesellschaft zusammen. Diese Gesellschaft kontrolliert die »Buste- narii« Petroleum-Industrie A.-G., Bukarest, Telega Oil Company,