— 57 - wurde das Oel dann endlich in die von den Kunden mitgebrac Gefässe gefüllt. Dies ist in rohen Umrissen das Petroleumgeschäft vor kau 20 Jahren! Wie ganz anders jetzt! Radikale Aenderungen ha ben den Erwerb sehr vieler Existenzen ganz vernichtet oder doch erheblich geschmälert, ein ganzer blühender Handelszweig ist nahem Untergange geweiht, aber das Geschäft als solches nimmt von Jahr zu Jahr riesenhaftere Dimensionen an, trotz Gas, Elek trizität und Spiritusglühlicht. Die Gesamteinfuhr stieg beständig, von 320731 tons im Jahre 1880 auf 1106282 tons im Jahre 1903, also während dieser Zeit auf über das Dreifache. Auch der Be darf pro Kopf steigt noch immer. Er betrug im Durchschnitt der Jahre 1866/70 : 1,87 kg 1896/1900 16,97 kg 1871/75 : 3,75 » 1901 16,89 » 1876/80 : 5,4° » 1902 16,87 » 1881/85 = 8,54 » 1903 17,37 » 1886/90 : I I,6l 1904 17,35 » 1891/95 : 14,82 » Petroleum ist ein Massenartikel xax’ e^oX'fyv. Grosse Quali tätsunterschiede sind, wie bereits eingangs erwähnt, nicht vor handen. Reklame wäre bei der eigentümlichen Gestaltung des Zwischengrosshandels zwecklos gewesen. So blieb beim Zusam menprall der mächtigen Interessentengruppen im Kampfe um den Markt nichts anderes übrig, als möglichst billig zu verkaufen. An der Ware selbst konnte man aber wegen ihres sehr geringen spezifischen Eigenwertes unter normalen Verhältnissen nichts verdienen. Es blieb also nur ein Weg: Verbilligung des Trans ports durch Verkürzung des Weges vom Importeur zum Detail listen. Durch den Zwischenhandel wurde die Ware übermässig verteuert. Seine Ausschaltung war einfach ein Gebot der Zweck mässigkeit, ja der Notwendigkeit. Die Marksteine auf dem Wege von dem eben geschilderten Verhältnis bis zum heutigen sind also die folgenden: Verbilligung des Transports an sich, Vermin derung der Leckage, Ausschaltung des Zwischenhandels. Zu nächst musste man sein Augenmerk auf ersteren richten, um sich erst einmal eine geeignete Operationsbasis zu schaffen. Wie man, zuerst in Amerika, den Transport des Oeles in Holzfässern verliess und diese durch eiserne Emballagen ersetzte, wie man Tanks, Tankschiffe, Röhrenleitungen baute, ist schon kurz erwähnt worden. In Deutschland machte man sich die drü ben gemachten Erfahrungen bald zu nutze: schon 1886 liefen die