63 wohnlich als der weisse Rabe hingestellt wird, verpflichtet die von ihr kaufenden Grossisten durch Geheimverträge. Im § I eines solchen Vertrages heisst es: »Die Firma N. N. verpflichtet sich, Petroleum nur von der Pure Oil Co. zu beziehen . . . sowie weder direkt noch indirekt ausser mit der Pure Oil Co. mit Pe troleum zu handeln«. Der § 6 enthält folgende Bestimmung: »Die Firma N. N. hat an allen Plätzen zum gleichen Literpreise zu verkaufen, den die Konkurrenz in H. für Lieferung ex Strassen- tankwagen notiert. Unter keinen Umständen darf die Firma N. N. ohne die schriftliche Genehmigung der Pure Oil Co. unter diesem Literpreise verkaufen«. Als Aequivalent erhält N. N. 90/120 Mk. pro Zisterne ä ca. 10 000 kg. In sozial-ethischer Hinsicht ist dieses Verschwinden eines ehemals blühenden Handelszweiges gewiss sehr bedauerlich, aber objektiv volkswirtschaftlich betrachtet ist es nur das Abschneiden eines überflüssigen und unnütz Säfte verzehrenden Astes vom Stamm. Jeder Zwischenhandel verteuert die Ware. Dieser Uebel- stand spricht besonders bei einem Massenkonsumartikel, der auch dem kleinsten Haushalt unentbehrlich ist, mit. Schon deshalb ist er theoretisch sehr angreifbar. Dass er es auch in der Praxis ist, beweist die ganze moderne Entwicklungsgeschichte; man denke nur an den Reis- und Kohlenhandel. Die Ausmerzung tut weh, kann aber nicht umgangen werden. Der vielverteidigte und vielbeklagte Petroleumzwischenhandel steht nur wegen der eigenartigen Verhältnisse des Artikels im Vordergrund des Inter esses, ist aber für viele andere Zweige des Zwischenhandels ty pisch. Ja, es ist leider Tatsache, dass aus denselben Gründen nicht nur die »zweite Hand«, sondern der ganze Handel bei der jetzigen Gestaltung des Wirtschaftslebens zurückgehen muss. Dass es bei den bedeutenderen Firmen, die sich der D.-A.-P.-G. nicht so ohne weiteres ergeben wollten, ohne harten Kampf nicht abging, ist selbstverständlich. Der schärfste Kampf dieser Art fand in der ersten Hälfte der 90er Jahre gegen den mit den we nigen Outsiders in Amerika in Verbindung stehenden Mannheimer Importeur Philipp Poth und gegen die gleichfalls mit den noch unabhängigen amerikanischen Produzenten arbeitenden Bremer Grosshändler Rassow, Jung & Co. statt. Doch auch diese beiden Firmen mussten, wenn auch erst nach verzweifelter Gegenwehr, 1896 die Waffen strecken und gingen in der Mannheim-Bremer- Petroleum-A.-G- (»M.-B.-P.-A.-G.«) auf, deren Hauptaktienstock