6 4 und damit Kontrolle die St.-O.-C. übernahm. Zwar führte die M.-B.-P.-A.-G. noch mehrere Jahre gegen die D.-A.-P.-G. einen »Kampf«; nach den Flugblättern äusserst erbittert, war er in Wirklichkeit nur ein Scheinkampf. Denn beide Gesellschaften hatten genau abgegrenzte Verkaufsgebiete , verständigten sich genau über die Preise etc., arbeiteten auch sonst nach einem durchaus einheitlichen Plane. Die führende Rolle hierbei fiel der D.-A.-P.-G. zu. Mit der Angliederung dieser letzten grossen deutschen Im porteure bekam die D.-A.-P.-G. fast das ganze Geschäft in die Hand und besass damals unbestritten das »Monopol«. b) Der Strassenwagenbetrieb. Nachdem der Grosshandel im grossen und ganzen nieder geworfen war, entbrannte der Kampf schärfer gegen andere Gegner. Als solche kamen damals in erster Linie die Russen in Be tracht. Nobel und Rothschild waren 1893 zu einer Verständi gung gekommen und suchten nun, durch innere Kämpfe nicht mehr behindert, ihre Ueberproduktion auf den deutschen Markt zu werfen. Nobel hatte schon 1884 zur Organisation seines Ex portgeschäfts in Deutschland die Deutsch-Russische Naphta-Im- port-Gesellschaft (»D.-R.-N.-J.-G.«) gegründet. Dieser gelang es Mitte der 90er Jahre, durch billige Offerten der D.-A.-P.-G. ein grosses Gebiet zu entreissen. Machte diese 1897 noch 710 des ganzen Geschäfts, so änderte sich das Bild seit diesem Jahre völlig. Gegen 469447 tons 1897, sank ihr Absatz bis 1903 auf 353945 tons, ging also um 115 502 tons = rund 25 % zurück, während in der gleichen Zeit der Absatz der andern Gesell schaften von 55891 auf 263 124 tons, d. h. um rund 500 %, stieg. Den Löwenanteil hieran hatte die D.-R.-N.-J.-G.; die Oesterreicher und die Rumänen importierten nur wenig, von der geringen deutschen Produktion ganz zu schweigen. Das Gegenmittel, zu dem die D.-A.-P.-G. griff, um das Ge schäft wieder an sich zu reissen, war ein eigenartiges und bei spiellos kühnes: sie fasste den Entschluss, die Zwischenhändler jetzt ganz zu übergehen und direkt an die Detaillisten zu ver kaufen. Zu dem Zwecke wurden überall auf den Eisenbahnsta tionen unterirdische Tanks von 25 oder 50 tons Inhalt einge bettet, in die hinein das von Eisenbahnkesselwagen aus den grossen Tanks an den Verladestellen geholte Oel entleert wird.