7° Als Durchschnittsbedarf eines Petroleumhändlers sind etwa 20 Fass jährlich anzunehmen. Die grössten Händler brauchen für ihr Ladengeschäft 200—300 Fass, Konsumvereine natürlich mehr, so der Leipzig-Plagwitzer Verein • über 8000 Fass. Im grossen und ganzen konnte man sonst rechnen, dass auf je 200 Einwohner ein Petroleumhändler kam. Jetzt dürfte man die Zahl schon verringern müssen (190: I?) 1 ). Ein volkswirtschaftlicher Vorteil anderer Art, den die Auf nahme des direkten Verkaufs an die Detaillisten mit sich brachte, ist die Beseitigung des Borgunwesens. Während es früher häufig genug vorkam, dass die Grossisten ihren Kunden 4 Monat Ziel einräumten und sich dann erst noch mit einem Wechsel begnügen mussten, verlangen jetzt sämtliche Gesellschaften cash down. Nur in Ausnahmefällen wird bis zur nächsten Lieferung gestundet. Eine sehr gesunde Praxis. Bei Einrichtung des Tankbetriebes wurden mit den noch existierenden Grossisten — ich gebrauche dies Wort für Zwischen händler, weil es ein petroleumtechnischer Ausdruck ist — Ver träge geschlossen, derart, dass sie das Oel mindestens zu den von der Gesellschaft an den einzelnen Plätzen offiziell geforderten Preisen verkaufen mussten und darauf als Vergütung für den er littenen Minderabsatz drei Jahre lang eine kleine Ausfallent schädigung erhielten ; also Verträge in ganz ähnlicher Weise wie die S. 62 oben geschilderten, nur auf den Tankbetrieb bezogen. Aus den angeführten Gründen fand der Strassenwagenbe- trieb so schnellen und allgemeinen Anklang, dass der Zwischen handel, von verschwindenden Ausnahmen abgesehen, jetzt aus geschaltet ist. Nun hat man oft behauptet, nach Niederwerfung der Gros sisten werde die D.-A. P.-G. an die Ausschaltung auch des Klein händlers gehen, den Verkauf an die Konsumenten unmittelbar bewerkstelligen und so den sogenannten »Vertrieb von der Quelle bis zur Lampe« in ihrer Hand vereinigen, ja sie habe dies schon von vornherein im Auge gehabt. Die Behauptung erscheint in dieser Form nicht richtig. Als Grund für Aufnahme des Tank betriebes überhaupt gibt die Gesellschaft, wohl mit Recht, den 1) Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Händler auf dem Lande und in klei neren Städten prozentual viel höher ist als in grösseren Städten. So kommen in kleineren Städten auf einen Petroleumhändler ungefähr 150—175 Einwohner, in Dessau ungefähr 200, in Halle 225, in Leipzig 250.