75 nannten Datum das Aktienkapital ganz und setzte sich in den nächsten Monaten auch in den Besitz des weitaus grössten Teiles der Genussscheine. Ende 1904 hatte sie letztere schon bis auf etwa I Million Mark aufgekauft. Die bisherigen Direktoren traten aus dem Vorstand aus, dem seitdem Dr. Riedemann, Heinrich Riedemann sowie die drei Amerikaner Howard Page, (dieser nur bis Mitte 1906, wo er durch W. E. Bemis ersetzt wurde), William Donald und Walter C. Teagle angehören. Den Aufsichtsrat bil den gleichfalls drei Amerikaner: Livingston Roe, Walter Miller Mc. Gee und William E. Bemis. Man hat viel darüber gestritten, welches der Grund war, der die St.O.C. zu dieser durchgreifenden Aenderung veranlasste. — Wenn man die Entwicklung des Konkurrenzkampfes auf dem Petroleummarkte überschaut, so zeigt sich, dass sich die Konstel lation in den letzten zwei Jahren gegen früher völlig verschoben hatte. Das Freundschaftsverhältnis zu den Russen hatte einer Spannung Platz gemacht. Der Vertrag bestand zwar noch, doch machten sich schon Vorzeichen demnächstiger Auflösung, also erneuten offenen Kampfes bemerkbar. Vor allem aber war eine neue starke Konkurrenz erschienen : die die Produktion der asia tischen und eines grossen Teils der texanischen Oelfelder vertrei bende Shell Transport and Trading Co., London, finanziell eine eben bürtige Rivalin des Trusts, schickte sich nach Herstellung einer In teressengemeinschaft mit dem Concern der Deutschen Bank und der Diskontogesellschaft zu einem Angriff auf der ganzen Linie an. Eins der am heissesten umstrittenen Gebiete ist Deutschland — für die St.O.C. nächst England der Hauptabnehmer, für die Shell ein Preis, des Kampfes wert. Die St.O.C. hatte diesen Kampf lange vorausgesehen und sich dafür gerüstet. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch m. E. der Aufkauf der D.-A. P.-G. zu betrachten. Sie musste voll ständig freie Hand haben, konnte aber bei dem bevorstehenden entscheidenden Ringen, bei dem Millionen auf dem Spiele standen, der Willfährigkeit der deutschen Aktionäre nicht so sicher sein, wie sie es wünschen musste. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass sie mit Sperrung der Zufuhr drohte. Nur so ist die im Umtausch gegen St.O.C.-Aktien, meist aber im glatten Verkauf zu stände gekommene Uebernahme der Genussscheine zu dem in Anbe tracht der hohen Gewinnquote der letzten Jahre (30—40% und mehr) lächerlich geringen Kurs von 267% zu erklären. Hätte