1) Nach »Plutus«, 1905, 43, S. 832. 8o Süden Europas ausser Griechenland und die übrigen Erdteile den Amerikanern Vorbehalten bleiben sollten. Eingehende Unter handlungen fanden Ende der 90er Jahre in Petersburg (unter Wittes Mitwirkung) statt, zerschlugen sich aber. Später, um 1900, einigte man sich bezüglich Deutschlands dahin, dass der Status quo bestehen blieb und nur eine Preiskonvention getroffen wurde. Die genaue Natur dieses Uebereinkommens war mir nicht mög lich in Erfahrung zu bringen, doch ist so viel sicher, dass beide Kontrahenten sich verpflichteten, stets eine bestimmte Preisspanne — bei Strassenwagenverkäufen 1 / 2 Pf. pro Liter — einzuhalten. — Wie eng das Verhältnis war, geht u. a. daraus hervor, dass in Mannheim die D.-A. P.-G. auf Verlangen russisches Oel lieferte, in Stuttgart den Alleinverkauf des Nobel-Petroleums hatte 1 ). Auf seiten der St.O.C. handelte es sich bei dem Vertrags schluss zweifelsohne um eine Abwehrmassregel, was schon daraus hervorgeht, dass sie die Verständigung suchte. Deutschland be trachtete sie als ihre Domäne, da sie nach Besiegung bez. An gliederung ihrer Konkurrenten schon die unbestrittene Oberherr schaft errungen hatte. Durch die Russen fühlte sie diese letztere bedroht, und da sie keinen massgebenden Einfluss auf die Pro duktion der Bakufelder erlangen, ebensowenig aber die unbequeme Konkurrenz durch das von ihr sonst so gern angewendete Mittel rücksichtsloser Preispolitik totmachen konnte, verlegte sie sich aufs Paktieren. Ganz entgegengesetzte Motive waren es natürlich, die für die Russen bestimmend waren. Sie riskierten nicht so viel wie die St.O.C., da ihr Absatz bei weitem geringer war. Sie mussten ihre Ueberproduktion abstossen und konnten dies am leichtesten ausser in England auf dem aufnahmefähigen deutschen Markte. Jeder Fortschritt war für sie ein Gewinn, während andererseits Verluste infolge ihres viel geringeren Absatzes für sie weniger fühlbar waren. Ausserdem hatten sie das Fortschreiten der Technik für sich. Russisches Oel russt und stinkt auf den eigens für amerikanisches Oel eingerichteten und in Deutschland fast allgemein üblichen Brennern, aber jede Verbesserung der Lampen konstruktion sowohl als auch des Raffinationsverfahrens macht es konkurrenzfähiger. Als freilich ungewolltes später zu Tage ge tretenes Moment fiel für die D.-R. N.-I.-G. noch vorteilhaft ins Gewicht, dass im Detailverkauf russisches Oel fast stets zum selben