8i Preise wie das amerikanische verkauft wird, dass den Detaillisten bei ersterem also ein um 1 / 2 Pf. pro Liter höherer Gewinn bleibt. Im Juli 1904 schwankte z. B. im Königreich Sachsen bei einem Einkaufspreise von 15 a / 2 —16 1 / 2 Pfg. der Verkaufspreis zwischen 18 und 22 Pfg., dabei wurde aber nur sehr selten ein Preisunterschied zwischen den verschiedenen Oelsorten gemacht. Seit Mitte 1905 existiert dieses Freundschaftsverhältnis nicht mehr. Der Vertrag wurde, wie es heisst, von den Russen nicht erneuert. Die Einzelheiten entziehen sich meiner Kenntnis. Es ist aber zu konstatieren, dass seit Juli 1905 das Preisverhältnis anfing zu schwanken, bisweilen recht erheblich. So notierte russisches Oel z. B. am 11. Okt. 1905 an der Hamburger Börse nur 10 Pfg. pro 100 kg unter amerikanischem Oel — eine Folge der durch die Bakuer Wirren verursachten Oelknappheit —, während es zur Zeit des Vertrags stets um 1.— Mk. bis 1.20 Mk. pro IOO kg billiger war; andererseits ist, seitdem die Produktion wieder ge regelt ist, die Preisdifferenz im Detailverkauf aus Konkurrenz rücksichten häufig grösser als J / 2 Pfg. Der Kampf hat also wieder begonnen. In den tatsächlichen Verhältnissen ändert sich dadurch aber wenig. Die D.-R. N.-I.-G., die ohnehin schon keine Dividende zur Verteilung bringen konnte, wird ihre Detailpreise auch weiterhin denen der Amerikaner möglichst anpassen und ohne zwingende Gründe nicht herabgehen. Nur werden die Amerikaner wohl noch mehr aggressiv vorgehen als bisher. Schon der Vertrag hinderte sie nicht, dem durch den Krieg in Bedrängnis geratenen russischen Handel weite Absatz gebiete in Asien wegzunehmen 1 ). Der Oelmangel der Russen gab ihnen die Möglichkeit, dasselbe in Deutschland zu tun. Eine zweite Tochtergesellschaft Nobels ist die Deutsch- Oesterreichische Naphtha-Import-Gesellschaft in Wien, die in Süd- Deutschland bis zur Donau verkauft. Man hört nur sehr wenig von ihr; ihr Absatz scheint nur gering zu sein. Die dritte Gesellschaft, die russisches Oel in Deutschland 1) Nach »Petroleum«, 1906, Nr. 20, S. 716 stellte sich die Ausfuhr aus Batum ■nach Ost- und Südasien in den beiden letzten Jahren wie folgt: 1904 1905 nach Ostindien 2 338 216 Kisten 77 480 Kisten » China 2 543 576 » 589 924 » Japan 722340 » 136360 » dagegen stieg der Export Amerikas nach Ostindien z. B. von 825 222 Kisten i. J. J904 auf 1 213 539 Kisten i. J. 1905. Zeitschrift für die ges. Staatswissensch. Ergänzungsheft 20. 6