renz gegen Petroleum nicht gedacht werden. Bis jetzt ist die Spirituslampe nur ein Luxusartikel trotz aller Anstrengungen der Zentrale für Spiritusverwertung. Das einzige Gebiet, wo sie sich wirklich Terrain erobert hat, dürfte die Ladenbeleuchtung sein. Was die Elektrizität als Lichtquelle anlangt, so wird sie wohl noch für lange Zeit für den Detailverbrauch zu teuer und den besser situierten Klassen Vorbehalten bleiben. Es ist ja nicht zu verkennen, dass der Verbrauch von elek trischem Licht ungeheuer gestiegen ist und noch immer steigt. Im grossen und ganzen werden aber nur solche Gebiete berührt, die die Petroleumbeleuchtung überhaupt noch nicht kannten oder sie schon durch Gas etc. ersetzt hatten — man denke an die grossen elektrischen Bogenlampen auf öffentlichen Plätzen, an Saal- und Ladenbeleuchtung, an die Verwendung im Grubenbetrieb und auf grossen Werken. Elektrische Lichtanlagen können unter normalen Verhältnissen auch nur in grösseren Orten rentieren. Die Errichtung in Dörfern verbietet sich wegen des zu be schränkten Absatzkreises von selbst, falls nicht aussergewöhnlich günstige Entstehungsbedingungen (Wasserkraft z. B. — Alpen länder!) vorhanden sind. Auch in den Städten sind der Aus breitung des elektrischen Lichts hohe Schranken gezogen: es stellt sich, pro Stunde und Kerze gerechnet, viel teurer als Pe troleum und selbst Gas. Des ferneren spricht der Umstand mit, dass es wenig transportabel ist, dass man in jedem Zimmer eine oder einige Lampen anbringen muss, während die meisten Ar beiterfamilien für alle Zimmer überhaupt nur eine Petroleumlampe haben. Eine wesentlich günstigere Position im Kampfe gegen das Petroleum hat sich, besonders seit der Erfindung des Gasglüh lichts durch Auer, das Gas erringen können. Wenn die Wahr scheinlichkeit nicht trügt, ist es berufen, in Zukunft eine noch weit wichtigere Rolle zu spielen als schon jetzt. Erfindungen und Verbesserungen gehen Hand in Hand mit zwar langsamer, aber stetiger Verbilligung. Gerade letztere kommt dem Gasverbrauch ausserordentlich zu statten. Ist die Preisdifferenz doch schon jetzt nur so gering, dass eine Hausse im Petroleum wie 1895 das oben besprochene bemerkenswerte Resultat zeitigte, dass der Konsum von Gas sich auf Kosten desjenigen von Petroleum schnell erheblich ver- grösserte. Wenn Gas seitdem dem Petroleum keinen allzu grossen