22 Schlachtfeld errang, auch den handelspolitischen Bestrebungen Preußens zum Siege verhall'. Die Hindernisse, welche der deut schen Einigung bisher in der Verfassung des deutschen Bundes und des Zollvereins entgegengetreten waren, wurden beseitigt. Der deutsche Bund wurde aufgelöst, und die deutschen Staaten wurden jetzt nur noch durch den Zollverein zusammen gehalten, der eine völlig neue Verfassung erhielt. Die Generalkonferenz und das liberum veto wurden be seitigt. An ihre Stelle trat der Zollbundesrat und das Zoll parlament. So war zum erstenmal für ganz Deutschland ein gesetzgebender Körper geschaffen, dessen Zusammensetzung auf dem Allgemeinen Wahlrecht beruhte. „Es war doch ein mal etwas Merkwürdiges“, sagt Ludwig Bamberger in seinen vertraulichen Briefen aus dem Zollparlament, „etwas zu Merk würdiges, um ganz unfruchtbar und erfolglos zu bleiben: daß zum ersten Male überhaupt die Abgeordneten des deutschen Volkes in der größten deutschen Stadt des größten deutschen Staates zusammentraten und damit den Grundstein zu einer künftigen Hauptstadt des künftigen Deutschen Reiches wie zur künftigen Gesamtvertretung der künftigen Nation legten.“ Auf dem volkswirtschaftlichen Kongreß, der 1867 in Hamburg stattfand, durfte Michaelis mit Genugtuung kon statieren, daß das Programm, das der Kongreß 1858 aufge- stellt hatte, in allen Punkten durchgeführt war. Die Ermäßi gung der Schutzzölle war erfolgt, die Allgemeine Eingangs abgabe war aufgehoben, die Getreidezölle waren verschwunden, und viele von den finanziell unerheblichen und wirtschaftlich nachteiligen Zöllen waren beseitigt. Auch die damals schon geforderte Reform der Zollvereinsverfassung war durchgeführt worden. Als neues Programm stellte der Kongreß jetzt auf: Die konsequente Beseitigung des Schutzsystems und die Zu rückführung des Tarifs auf wenige nach finanziellen Rück sichten ausgewählte Positionen. Man wollte der Verwirk lichung eines Systems reiner Finanzzölle entgegenstreben, und die Regierung war bereit, dazu die Hand zu bieten. Bismarck hat bei verschiedenen Gelegenheiten das Finanzzollsystein als Endziel der zollpolitischen Entwicklung bezeichnet. Am 21. Juni 1869 sagte er im Zollparlament: „Ich glaube, daß unsere Zollgesetzgebung sich nach der