8 leitung und hergebrachte Tradition übten einen so starken Einfluß ­ auf die demokratischen Mitglieder aus, daß sie an dem von der Majorität ihrer Partei einmal angenommenen Programm festhielten. ­ Der Erfolg wurde durch die Haltung der Regierung wirkungsvoll ­ unterstützt. Präsident Wilson, der langsam aber fest die Zügel in die Hand genommen hatte, gewann eine solche Macht über seine Anhänger, daß es Freund und Feind in Erstaunen setzte. Im „Hause“ hatten die Demokraten einen tüchtigen Führer in der Person Underwoods, des Vorsitzenden der Finanzkommission, und einen ausgezeichneten Parteiführer in dem Präsidenten der Republik. ­ Bevor wir zu den Einzelheiten des Gesetzes übergehen, betrachten ­ wir noch etwas den Charakter der Debatten und die Grundsätze der Parteien. Das neue Prinzip, das in der Hauptsache von den Befürwor-\ tern des neuen Gesetzes herstammt, ist das eines „W e 11 b e - werbs-Tarif s“. Bei dem Tarif des Jahres 1909 erklärten ­ die Republikaner, nach einem ganz anderen Prinzip zu handeln, nämlich dem Prinzip des „Ausgleichs der Erzeugungskosten“. Von diesen zwei Prinzipien sind die zwei Parteien in der Tarif-Kontroverse ausgegangen. Die Idee, die dem „Ausgleich der Erzeugungskosten“ zugrunde ­ gelegt ist, ist die, daß es dem Erzeuger einheimischer Erzeugnisse möglich gemacht werde, mit dem Erzeuger ausländischer ­ Erzeugnisse auf gleicher Basis zu konkurrieren. Dies scheint aber auch im wesentlichen die Idee eines „Wettbewerbs-Tarifs“ zu sein. Allerdings wird in den Angaben über das Prinzip des „Ausgleichs“ von einem „mäßigen Verdienst“ des einheimischen ­ Erzeugers gesprochen, während die Demokraten in ihrer Erklärung über den „Wettbewerb-Tarif“ den „mäßigen Verdienst“ ­ verhöhnten, und andeuteten, der Wettbewerb müsse derart beschaffen sein, daß die Vorteile des Inländers herabgesetzt event. einige von ihnen sogar ausgeschaltet würden. — Aber trotzdem muß ein mäßiger Vorteil bei normalen Erzeugungskosten in Betracht ­ genommen werden, obwohl ein solcher bei den üblichen Methoden der Kostenberechnung nicht Berücksichtigung findet. Ein Wettbewerbs-Tarif wäre demnach ein Tarif, unter dem der einheimische und der ausländische Produzent so miteinander kon ­