14 Schaffung des Zolles, die taktisch gerechtfertigt ist, um die Kosten der Lebensweise zu verbilligen, von dem Gesichtspunkt aus betrachtet ­ werden, daß billiger ausländischer Zucker besser ist als teurer einheimischer. Darin liegt ja der Kernpunkt des Freihandels-Prinzips. ­ Von keiner anderen Änderung des Tarifs werden wohl so erhebliche wirtschaftliche Wirkungen ausgehen, wie von dem zollfreien Zucker. Obwohl die Produzenten in Louisiana und in den Rübenzuckerstaaten, ihre Abhängigkeit vom Schutzzoll übertrieben ­ haben — wie dies einheimische Produzenten gewöhnlich zu tun pflegen, wenn sie Gesuche um Zollerhöhungen einreichen — so hat man doch den Eindruck, als wenn sie der ausländischen Konkurrenz nicht auf gleicher Basis begegnen könnten. Die Produzenten ­ von Rohrzucker, wie auch von Rübenzucker haben gute Jahre hinter sich, das beweist schon das Anwachsen ihrer Produktion. ­ Einige von ihnen können vielleicht bei freiem Zucker auch noch ihr gutes Auskommen haben. Dies wird besonders für einige im Westen günstig gelegene Zuckerrübendistrikte zutreffen. ­ So ist z. B. bei dem Hawaii-Zucker anzunehmen, daß sich der Umsatz vermindern wird, aber nicht, daß die Zuckerproduktion ­ eingestellt werden wird. Hawaii und Porto Rico werden einen harten Schlag erhalten, aber sie werden kaum gezwungen werden, den Betrieb einzustellen. Kuba und Java werden wahrscheinlich ­ mehr importieren. Jedenfalls werden die Veränderungen ­ in der Versorgung erheblich sein, Was über freien Zucker gesagt worden ist, gilt auch für den sofortigen und vollständigen Fortfall des Zolls auf Wolle. In ihren Tarifvorlagen von 1911 und 1912 hatten die Demokraten es doch nicht gewagt, in ihren Wünschen soweit zu gehen; sie schlugen nur vor, den Wollezoll auf 20% herabzusetzen. Dem Einfluß des Präsidenten Wilson ist es zu verdanken, daß man jetzt noch weiter ging und diesen Zoll ganz und gar beseitigte. Man muß bedenken, daß dies die einzige radikale Änderung in dein unglücklichen Tarif von 1894 war. Durch diesen energischen Schritt zeigte Präsident Wilson den unerschrockenen Mut, der ihm nicht weniger die Achtung seiner Gegner als seiner Freunde gewann.