25 Bei den feineren Sorten — China- und Porzellanwaren —, ist das umgekehrte der Fall. Auf diese Waren ist der hohe Zoll beibehalten. Sie werden hauptsächlich importiert und können gerechterweise als Luxusartikel angesehen werden. Die auf diese Waren entfallenden Zölle sind Finanzzölle, und es liegt kein Grund vor, sie zu ermäßigen. Zweifelsohne bleibt auch hier die Befürchtung einer Unterbewertung der Ware bestehen. Die richtige Bewertung hat in der Vergangenheit schon viel Mühe verursacht und wird es auch wohl in der Zukunft tun. Bei irdenen und Töpferwaren, bei denen der Zoll satz von 35 bis 40% beibehalten ist, ist die Situation eine andere. Dies sind ausgesprochene Schutzzölle und sie sind so hoch, daß sie jede Einfuhr verhindern. Vom fiskalischen oder vom Standpunkt des Wettbewerbsprinzips aus betrachtet, hätten auch diese Zölle, wie bei der Seide, eine größere Ermäßi gung erfahren müssen, als es der Fall ist. Bei den Zöllen auf Eisen und Stahl liegen die Verhält-1 nisse anders, als bei den meisten Zöllen der anderen Gruppen des Tarifs. Bei ihnen ist das Schutzsystem allmählich in den aufeinanderfolgenden Tarifen von 1890 bis 1913 abgebaut wor den. Der Wilsonsche Anti-Schutztarif von 1894 ermäßigte, wie dies zu erwarten war, die Zölle erheblich. Selbst das schutz- zöllnerische Gesetz von 1897 behielt die ermäßigten Zölle bei und das kaum weniger schutzzöllnerische Gesetz von 1909 fuhr fort, die Zölle zu ermäßigen. Dieses ungewöhnliche Verfahren War das Resultat des außerordentlichen Aufschwungs der ameri kanischen Eisenindustrie und des nicht mißzuverstchenden Um standes, daß sie eines hohen Schutzes nicht mehr bedarf und Wahrscheinlich ohne Schutz fertig werden kann. Der Lauf der Ereignisse in den Vereinigten Staaten ähnelt hierbei in mancherlei Beziehungen der Entwicklung in Deutschland. In beiden Fällen habe die Eisen- und Stahlindustrie, die 1890 quantitativ beträchtlich hinter der Großbritanniens zurückstand, bald ihren alten Neben buhler überholt, ln beiden Ländern wurde die britische Eisen industrie nicht allein mit Bezug auf die Quantität der Produktion überholt, sondern wurde ihr auch in technischer Beziehung eben bürtig. ln beiden Ländern kann man wohl die Frage aufwerfen, °h junge Industrien mit Erfolg beschützt worden sind. Auf alle