14 sie einer streng kausalen Erklärung der sie interessierenden Vorgänge keineswegs untreu. Daß darüber hinaus eine Zwecksetzung, die außerhalb des Erkenntnis Zweckes liegt, für unsere Wissenschaft von bedenklichen Folgen begleitet sein kann, wird in späterem Zusammenhänge eingehender erörtert werden müssen. Es soll nicht geleugnet werden, daß die Isolier-Methode die Gefahr in sich schließt, daß der Forscher sich in seine Begriffswelt einkapselt, die Fühlung mit dem praktischen Leben verliert, das wir doch gerade durch unsere Wissenschaft besser verstehen lernen wollen. Geistiges Beherrschen der Tatsachenwelt, keine Gedankenspielerei, das muß eine entschiedene Maxime für unsere wissen schaftliche Arbeit sein. Diesem Zwecke dient namentlich ein andauerndes Vergleichen der Wirklichkeit mit dem, was sich aus dem isolierenden Verfahren ergibt, so zwar, daß die Tatsachen nicht in das Prokustesbett der Theorie hineingezwungen werden, sondern in der Weise, daß die Tatsachen die richterliche Instanz für den Wert oder Un wert der Theorie bilden. Richtiges Denken und richtiges Sehen sind die Instrumente des sozialökonomischen For schers, die beide zusammen wirken müssen, wenn keine Pfuscherarbeit geliefert werden soll. Ergeben sich von der Theorie in der Praxis Ab weichungen, die einen regelmäßigen Charakter zu tragen scheinen, so wird dafür der Grund zu suchen sein. Es wird u. a. berücksichtigt werden müssen, was man wenig präzis, aber allgemein verständlich „Volksgeist“ und „Zeitgeist“ ge nannt hat; sorgfältig wird ferner zu untersuchen sein, ob die Motive zu kollektiven Handlungen, die in unserem Zeitalter unzweifelhaft eine steigende Bedeutung haben, neue An regung zur Aufdeckung von volkswirtschaftlichen kausalen