25 Saison-Beschäftigung etc. b) Die Zufallsstörungen im Wirtschaftsleben: Depressionen und Krisen. Bei den bislang skizzierten Gedanken hatte ich wiederholt meinen Widerspruch gegen hergebrachte und gegen herrschende Meinungen zum Ausdruck zu bringen, umsomehr liegt mir daran, zu betonen, daß die Grund gedanken, die ich hier ausspreche und verteidige, durchaus nicht neu sind — sie sind im Wesen verwandt mit den Lehren der „Klassischen National - Ökonomie“, die es m. E. nur fortzubilden, nicht zu überwinden gilt. Dieser Name ist allgemein gebräuchlich, um die sozial-ökonomische Richtung zu kennzeichnen, die Adam Smith, Ricardo, Malthus ihre Führer nennt. Der Grund für die Benennung „klassisch“ liegt, so meint wenig stens Brentano '), in gewissen Eigentümlichkeiten, welche der klassische National-Ökonomie mit den klassischen Richtungen auf anderen Gebieten menschlichen Schaffens gemein seien. Ebenso wie beispielsweise die klassische Bildhauerei, habe die klassische National-Ökonomie einen von allen Besonderheiten des Berufs der Klassen der Nationalitäten und Kulturstufen freien Menschen geschaffen. „An Stelle des wirklichen Menschen ist ein abstrakter Mensch getreten — gibt man der Figur mit der Schaufel statt dieser einen Geldbeutel in die Hand, so ist die Ab straktion plötzlich ein Kaufmann, wie sie vordem ein Bauer gewesen ist.“ Diese Auffassung von der klassischen National-Öko nomie stimmt zwar nicht ganz, aber sie war und ist weit 1) Die klassische Nationalökonomie (Vortrag gehalten beim Antritt des Lehramts an der Universität Wien), 1888, S. 3. Vgl. dazu: Schüller, Die klassische Nationalökonomie und ihre Gegner, 1895.