28 von Gustav Cohn, der selbst Anhänger der ethischen Richtung ist: „Wenn irgend etwas unfruchtbar an ,exakten 1 Wahrheiten für unser Fach gewesen ist, so ist es die ganze historische Forschung älteren, neueren und neuesten Da tums“ !). Ob dieses wissenschaftliche Manko — mir we nigstens scheint es ein solches zu sein — wett gemacht .werden kann durch erfolgreiche politische Taten der National-Ökonomen, wird später zu prüfen sein. Die Stimmen derer, die direkt oder indirekt zugeben, daß man die Klassiker, insbesondere den Meister des Isolierverfahrens Ricardo schlechter machte, als sie es ver dienten, mehren sich, man sieht immer deutlicher ein, daß die Klassiker mit ihrer Methode durchaus nicht auf falschem Wege waren. Max Weber, ein „Jünger der historischen Schule“ weist entschieden den einst so beliebten Spott über die sogenannten Robinsonaden der abstrakten Theorie zurück, scharfe genetische Begriffe müßten notwendig „Idealtypen“ sein 1 2 ). Schulze-Gävernitz, der doch auch nicht vom Klassizismus ausgegangen ist, findet den Ver such, „auch die gesellschaftliche Phänomene naturwissen schaftlicher Betrachtung zu unterwerfen, durchaus berech tigt.“ Er meint in seiner jüngsten Schrift: 3 ) „Es liegt auf der Hand, daß die Isolier-Methode der national-ökono mischen Klassiker, wie sie z. B. Dietzel wieder meister haft handhabt, ebenso wie die Wert-Psychologie der Öster reicher durchaus in dieser Richtung geht. Was dem Natur forscher das Experiment, das leistet dem National-Öko- 1) „Über den wissenschaftlichen Charakter der Nationalökonomie“ Archiv f. Sozialwissenschaft Bd. XX, S. 477. 2) ,Die „Objektivität“ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis“, Archiv f. Sozial. Wissenschaft XIX S. 70 und S. 82. 3) „Marx oder Kant“, S. 30.