29 nomen der „Idealtypus“ des zu analysierenden Vorganges; in beiden Fällen wird der Ideal-Vorgang, der im Leben nur selten, vielleicht nie in völliger Reinheit vorliegt, ,isoliert 1 . Der National-Ökonom stellt den .einheitlichen, rein-wirtschaftlichen 1 Kausal-Zusammenhang fest, welcher zum ,Gesetz 1 verallgemeinert werden soll “ Man erinnert sich hier ferner daran, daß Lujo Brentano, der einst nicht wegwerfend genug über die Klassiker urteilen konnte, heute weit milder über sie urteilen muß. Er schrieb 1888 den Satz: „Der Unterschied zwischen den Merkantilisten und den klassischen National-Ökonomen besteht bloß in den Mitteln, welche zur Erreichung der Ziele empfohlen werden. Und hier verdienen die Merkan tilisten entschieden den Vorzug, indem sie bei ihren Vor schlägen die konkreten Verhältnisse berücksichtigten, in denen der wirtschaftliche Egoismus sich betätigen soll, während die klassischen National-Ökonomen nur den ab strakten Menschen im „luftleeren Raum vor Augen haben 1 ). a Dieser selbe Gelehrte stützt sich bekanntlich in seinem Kampfe gegen den Schutzzoll nunmehr sehr wesentlich auf den Abstraktesten der Abstrakten, auf Ricardo ! Und klingt auch nicht G. F. Knapps „Staatliche Theorie des Geldes“ wie eine Art Absage gegenüber der in Deutsch land herrschenden Richtung? Kaum läßt sich Knapps Wort: „Der Theoretiker ist ein verlorener Mann, wenn er in Halbheiten befangen bleibt“ 1 2 ), mit Schmollers magerem Tröste vereinigen: „Halb ist oft besser als ganz 3 ). 11 Fast scheint es aber, als wenn auch Schmoller selbst sein Urteil über die Klassiker im Laufe der Jahre gemildert 1) „Klassische Nationalökonomie“, Anm. 20. 2) „Staatliche Theorie des Geldes,“ S. VII. 3) Grundfragen S. 336.