r 33 über den Intellekt. Die großen Fortschritte der Erkenntnis sind Taten des Willens“ .... So formuliert Schmoller') Gedanken, die man einer Geschichte des nationalökonomischen Historismus als Motto voraussetzen könnte. Der „Wille zur Tat“ hatte schon reiche Nahrung bekommen aus den offenbaren sozialen und wirtschaftlichen Mißständen der Zeit, aus der berechtigten Opposition gegen das extreme Manchestertum, aus der Kritik, die man den sozialistischen Schriften entnahm, dazu kam dann in Deutschland später noch der nationale Aufschwung, die Wiederaufrichtung des Reiches. Mit Lust und Liebe ging man an die politische und wirt schaftliche Neugestaltung und nur törichte Nörgelsucht kann verkennen, daß man da im letzten Drittel des 19. Jahr hunderts wahrhaft Großes leistete, daß es eine Zeit war, an die wir Jüngeren nur mit einem gewissen Neide denken können — sobald und solange wir politisch fühlen. Höhepunkte der gesellschaftlichen Gärung, der sozialen und wirtschaftlichen Neubildung brauchen aber durchaus nicht immer zugleich einen Höhepunkt für die Entwick lung der Staats-Wissenschaften, insbesondere der Wirt schafts-Wissenschaft zu sein. Man hat im Laufe der Zeit den „Überwindern des Klassizismus und des ökonomischen Liberalismus“ eine Fülle von Vorwürfen gemacht, man hat ihren unermeßlichen Stoffhunger getadelt, ihren grenzenlosen Expansionsdrang, der fast alle Gebiete der menschlichen Wissenschaften her anziehen wollte, damit sie helfen sollten, bei den Vor arbeiten, die erforderlich seien, um der Volkswirtschafts lehre „endlich auch einmal“ ein wissenschaftliches Fun- 1) Grundfragen, S. 335. Weber, Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft. 3