35 der praktischen Volkswirtschaft und aus der Politik eliminieren zu wollen. Auch daß die Ethik ein wesentlicher Bestandteil der Sozial-Ökonomie als Kunst- lehre sein muß, leugne ich nicht. Ich will nur, daß aus erkenntnis-theoretischen und praktischen Gründen eine Ausscheidung vorgenommen wird „zwischen dem, was wir zwingend beweisen können und dem, was wir wollen, wünschen, hoffen, glauben" *). Es ist nicht einmal notwendig, daß diese Ausscheidung räumlich zum Ausdruck kommt, so vielleicht, daß in dem einen Buche über daß, was man beweisen kann berichtet wird, und in dem anderen, über das, was man nur will und wünscht. Nur möchte ich mit aller Schärfe betonen, daß der Sozial-Ökonom stets die Grenze sehen muß, innerhalb der er im Namen seiner Wissenschaft urteilen kann und urteilen darf. Man hat die Volkswirtschaftslehre eine praktische Wissenschaft genannt, behauptet daß sie Wissenschaft und lehrende Kunst zugleich sein müsse. Das erstere gebe ich insofern zu, als die Wirtschaftslehre gerade dadurch, daß sie ihre eigenen Zwecke als Wissenschaft ver folgt, das heißt „den bloß intellektuellen Besitz der Wahr heit erstrebt“ in ganz hervorragender Weise dem prakti schen Leben nutzt, was noch näher zu belegen sein wird; die Richtigkeit der zweiten Behauptung leugne ich, wenn damit gesagt sein soll, daß eine theoretische Scheidung zwischen der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft und als lehrende Kunst unmöglich sei. Ich halte es mit Pelle- grino Rossi, der sagt: „ . . . . la Science n’a pas de but exterieur. Des qu’on s’occupe de l’emploi, qu’on peut en faire, du parti, qu’on peut en tirer, on sort de la Science et on tombe dans l’art La Science n’est pas chargee 1) Cohn, a. a. O. S. 464. 3*