47 auf die praktische Verwertung notwendigerweise gedrückt wird“. Gegen diejenigen, welche Trennung zwischen Wissen schaft und Politik fordern, macht sich eine lebhafte Oppo sition im eigenen Lager der Wissenschaft geltend. Nur die wirklich beachtenswerten Gesichtspunkte der Gegner sollen hier kurz gewürdigt werden. Die einen sagen: „Es ist nicht möglich, das ,Sein‘ von dem ,Seinsollen 1 zu scheiden. Gustav Cohn hat diese Ansicht in dem bereits zitierten Aufsatze (Archiv für Sozial wissenschaft XX, S. 461 ff.) gegenüber Max Weber zu ver teidigen gesucht, er weist darauf hin, daß „die große Ge meinschaft des Seinsollenden schon von außen her das Begehren nach einer gesicherten Sphäre des Seienden stört, der wir zwingende Tatsachen, Beweise, Wahrheiten abzu gewinnen vermögen“. Zum Beweise erzählt er, daß vor einigen Jahren ein Japaner von dem Finanzministerium in Tokio nach Deutsch land geschickt wurde, um zu studieren, wie die Gesetz gebung von Japan sich gegenüber dem Problem der Börse nach unseren Erfahrungen und Erkenntnissen ver halten solle. Hier werde uns, meint Cohn, also die Ge meinschaft des Seinsollenden der Volkswirtschaft und der Sozialpolitik im geographischen, ethnischen, kosmo politischen Sein durch die Gleichartigkeit dessen, was wir als unser Seinsollendes betrachten mit dem Seinsollenden des östlichen Endes von Asien nahegelegt. Wir können nun aber sicher annehmen, daß der japa nische Abgesandte, wenn er seine Aufgabe einigermaßen verständig aufgefaßt hat, einen sehr sorgfältigen Unter schied machen mußte zwischen dem „rein wirtschaftlichen Seinsollen“ und dem „wirtschaftlich politischen Seinsollen“.