55 nicht das gleiche Maß von Sorgfalt und Anstren gung verwandt haben wie auf die belastenden“. Ich habe dazu schon früher ‘) eine Anmerkung gemacht, die ich hier wiederholen möchte: Manche national-ökono mische Autoren mögen in der Tat so denken und handeln; wenn sie in erster Linie ihre Aufgabe darin erblicken, „etwas in der Welt durchzusetzen“ dann sind sie schon gezwungen, in der öffentlichen Diskussion bald die Rolle des Staatsanwalts, bald die des Verteidigers zu spielen, sie sollen sich dann aber auch nicht den Anschein des unbefangen nur nach Wahrheit und Recht suchenden Richters zu geben. Es scheint wirklich nötig zu sein, die deutsche Wirtschaftswissenschaft daran zu erinnern, daß eine „einseitige“ Wissenschaft keine Wissenschaft mehr ist. Man behauptet, glaubt es auch wirklich, „Tatsachen“ zu untersuchen; auf Grund von unbefangen gewürdigten „Tatsachen“ zu urteilen, und doch sind es nur Vorurteile, die in subjektiven Meinungen, Vorstellungen, Wünschen einen meist so außerordentlich schwachen Unterbau haben. Auch das wird zuweilen von ehrlichen „Reformern“ zuge geben. In der Zeitschrift für Wohnungswesen (Jahrgang 1909) fand eine Diskussion im Anschlüsse an meine Schrift „Boden und Wohnung“ statt. Der bekannte Wohnungs reformer W. Fabarius stellte mir dabei das Zeugnis aus, meine Ausführungen seien „klar und überzeugend“, ich habe einen Fehler vermieden, der in diesem Streite auf beiden Seiten vorgekommen sei, nämlich „vorschnelle Schlüsse aus unvollständig festgestellten Tatsachen zu ziehen“. Trotzdem hat Fabarius mein Buch nicht mit Be friedigung aus der Hand gelegt. Ich bin seinem Gefühle 1) „Boden und Wohnung“ S. 136.