59 daß „so sehr viel Geist, Zeit und Papier in den letzten Jahren für ein wissenschaftlich ganz irrelevantes Problem verschwendet wurde“. Man hätte wohl nun seitens meines Gegners ein reuiges „peccavi“ erwarten sollen. Aber da Ballod nicht nur als Gelehrter, sondern noch viel mehr als sozialer und wirt schaftlicher Reformater kämpfte, sah er gar nicht, daß seine Position verloren war; er hatte sich offenbar nicht einmal die Ruhe gegönnt, um meine kurze „Erwiderung“ gründ lich zu lesen. So beginnt er denn sein Schlußwort — unbegreiflich für den, dem die „Psychologie des politischen Reformators“ unbekannt ist — mit der Erklärung: „Ich stelle zunächst fest, daß Weber seinen Kardinal satz als widerlegt anerkennen muß.“ Ich stelle demgegenüber fest: 1. Es handelte sich gar nicht um einen, geschweige denn um den Kardinalsatz meiner Unter suchungen. 2. Ballod hat nicht einmal versucht, diesen für meine allgemeinen Resultate nebensächlichen Satz zu widerlegen, er „beweist“ nur, was ich selbst nie bestritten habe. 3. Er behauptet, daß ich eine Widerlegung aner kennen müsse, wo ich tatsächlich betone, daß ich „mehr denn je“ von der Richtigkeit meiner Ansicht überzeugt sei. Die „Praxis“ der Bodenreformer aber jubelte, die Wissenschaft habe ja gezeigt, daß die Resultate meiner Untersuchungen falsch wären, daß meine Wenigkeit nicht mehr recht ernst zu nehmen sei'). 1) Die Korrespondenz des Bundes der Landwirte (Nr. 68, 1909) meinte sogar: „Selten ist wohl einem Vertreter der Wissenschaft eine derartige Abfuhr zuteil geworden, wie diese dem verdienten Berliner Nationalökonomen, Professor Ballod, Adolf Weber gegenüber ge lungen ist.“ Da ich gleichzeitig von demselben Organe als „radikal freihändlerisch“ gekennzeichnet werde (obwohl ich nie ein Wort für oder gegen den Freihandel geschrieben habe) ist meine wisssenschaftlic]