67 daß das Verhältnis nicht so ist, wie es sein sollte. Zwar wurde von den Vertretern der Wissenschaft nachdrücklich betont, daß daran die Praxis nicht unschuldig sei und sogar Geheimrat Kierdorf mußte zugeben, daß auf beiden Seiten die Schuld zu suchen sei, aber, soweit man auf Grund des gedruckten Berichtes urteilen kann, muß der unbefangene Teilnehmer dieser Versammlung mit dem Gefühle nach Hause gegangen sein, daß doch die Theo retiker einen großen, vielleicht den größten Teil der Schuld auf sich zu nehmen haben. Die Vorwürfe, die Ehrenbrrg der herrschenden Rich tung unserer Wissenschaft auf dieser Versammlung machte, konnten nur zum Teil widerlegt werden; unwidersprochen blieben aber namentlich die Äußerungen von Professor Wirminghaus, daß „bei einzelnen Professoren eine ganz einseitige Stimmung gegen die Männer der Praxis, gegen das Unternehmertum“ vorherrsche. „Das ist um so be dauerlicher, weil solche Stimmung das größte Hindernis bildet, um die Dinge objektiv und wissenschaftlich prüfen und würdigen zu können.“ Diese Worte eines in der Praxis stehenden, aufrichtigen Freundes unserer Wissen schaft verdienen die größte Beachtung aller derjenigen, die nach Gründen suchen für das gespannte Verhältnis zwischen Theorie und geschäftlicher Praxis. Es wäre aber natürlich durchaus irrig und entschieden zurückzuweisen, wenn es jemand einfallen wollte, zu glauben, daß die richtig charakterisierte „einseitige Stim mung“ einzelner Professoren auf unedle Motive zurück zuführen sei. Im Gegenteil! Es ist nur die Folge davon, daß ein an sich schönes und gewiß erstrebenswertes so ziales und wirtschaftliches Ideal harten Widerstand findet an der sozialen und wirtschaftlichen Wirklichkeit. Aber 5*