70 wird gelegentlich herber Tadel aus dem Lager der Inter essenten über die „törichten Lehren der grauen Theorie“ zu uns herüber tönen, das wird um so leichter zu ertragen sein, weil wahrscheinlich gleichzeitig andere Interessenten um so lauter und — ebenso unberechtigt — unser Lob ver künden. Es bleibt nur zu hoffen, daß wenigstens die weiter blickenden Geschäftsleute sich schließlich doch immer wieder mit den Sozialökonomen auf demselben Boden finden werden. Es muß möglich werden, daß die Volks wirtschaftslehre auch in der Praxis wieder ihre Autorität als Wissenschaft zurück erlangt. Praktisch würde dadurch erreicht, daß die Interessenten nicht so leicht die Lehren der Wissenschaft von sich abschütteln könnten; die sozial ökonomische Wissenschaft würde mehr als bisher im volks wirtschaftlichen Leben Gesetzgeber sein können ohne Gesetze. IV. Carl Marx schließt sein Vorwort zur ersten Auflage des „Kapital“ mit dem Satze: „Gegenüber den Vorurteilen der s. g. öffentlichen Meinungen, der ich nie Konzessionen gemacht habe, gilt mir nach wie vor der Wahlspruch des großen Florentiners „Segui il tuo corso e lascia dir le genti.“ Das, meine ich, müßte das Motto für jeden ernsten Forscher sein. Es soll nicht geleugnet werden, daß Gründe vorliegen, die seine Befolgung gerade in der Volkswirt schaftslehre besonders schwer machen. Es ja nur mensch lich, daß der Sozial-Ökonom nicht zufrieden ist damit, daß seine Erkenntnis erweitert und vertieft wird, er doziert, schreibt Bücher, um möglichst vielen anderen das mitzu-