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        <title>Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft</title>
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            <surname>Weber</surname>
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bereiche und Tätigkeitskreise, die in ihrer Gesamtheit das 
ganze Leben der wirtschaftlichen Persönlichkeit darstellen.“ 
Wenn so der Sozialökonom seine Arbeitskraft in der 
Hauptsache konzentriert auf eine Seite des menschlichen 
Daseins, wenn er abstrahiert von einer unübersehbaren 
Fülle von anderen Möglichkeiten, so ist deshalb doch sein 
„Mensch“ kein abstrakter economical man, sondern ein 
Mensch des wirklichen Lebens, von dem er wohl weiß 
und auch in Betracht ziehen muß, daß er nicht nur wirt 
schaftlich denkt und fühlt. 
Freilich, das Prinzip, das im Vordergründe unserer 
Wissenschaft steht, ist nicht ein Motiv, das im Wirtschafts 
leben eben so viel und eben so wenig wiegt, wie irgend 
ein anderes, es handelt sich vielmehr um das Haupt 
prinzip, mit dem — ich wiederhole das — gewiß nicht 
jeder einzelne Mensch in allen Lagen seines Lebens, aber 
doch die Menschheit, solange der Adamsfluch auf ihr 
lastet und sie Kulturstreben in sich fühlt, unbedingt rech 
nen muß. Das ist nachdrücklich hervor zu heben, weil 
ja unsere Wissenschaft nicht so sehr der Mensch, wie er 
uns etwa zufällig auf der Straße begegnet, interessiert, 
sondern die Menschen, wie sie uns als typische Indi 
viduen einer Gruppe gegenüber treten, als Arbeiter, Unter 
nehmer, Kapitalisten, als Landwirte, Handwerker, Kaufleute 
als Angehörige des Staates, der Nation, der Rassen. 
Und noch eins muß hier gesagt werden: Wirtschaft 
liche Motive sind keineswegs ausschließlich egoistische 
Motive. Dies hebt Marshall mit Recht hervor 1 ). Er 
meint dabei zugleich, daß hier einer der Punkte sei, wo 
ein Teil der deutschen Sozialökonomen die älteren eng- 
1) Handbuch der Volkswirtschaftslehre, übersetzt von Ephraim 
und Salz, 1905, S. 70.</div>
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