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        <title>Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft</title>
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            <surname>Weber</surname>
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Es wird ein grundlegender und ein ausführender Teil 
zu unterscheiden sein. Die Grundlegung hat sich zunächst 
zu befassen mit dem wirtschaftenden Menschen, wobei 
auszuführen ist, inwiefern, und warum er dem Prinzip der 
Wirtschaftlichkeit untersteht, wobei aber auch gleich zu 
betonen ist, daß Wirtschaftsmenschen „nicht wesenlose 
Schemen sind, sondern Typen der Wirklichkeit, deren 
Abstufung von einem Morgan oder Pereire bis zum 
polnischen Tagelöhner oder Elsässer Hausknechte geht“'). 
Es wären dann die großen Modifikationen des Wirtschafts 
prinzips zu erörtern, und zwar a) die wirtschafts-geogra- 
phischen Individualitäten, die Verschiedenheiten, die sich 
ergeben, wenn man die einzelnen Länder und die ein 
zelnen Rassen beobachtet in ihrem „Kampfe um den 
Futteranteil“ vermöge der natürlichen Unterschiede, 
b) der Einfluß der Volksziffer; in einer volksarmen Volks 
wirtschaft wird das Prinzip der Wirtschaftlichkeit unter 
übrigens gleichbleibenden Umständen andere Formen an 
nehmen müssen, als in einer volksreichen Volkswirtschaft; 
die Theorie des Malthus würde hier die gebührende Be 
rücksichtigung finden, c) die Anpassung an die soziale 
Umgebung; dabei wäre — Beispiele können hier nur an 
gedeutet werden — die Lehre von der Lebenshaltung zu 
erörtern, der Widerstand, den die Menschen einer Herab 
setzung ihrer Lebenshaltung entgegensetzen, ist für die 
Erklärung des wirtschaftlichen Seins besonders nutzbar 
zu machen. Aber auch noch andere Probleme müssen 
in diesem Paragraphen ihre Erledigung finden: wie Sitte 
und Gewohnheit zu treibenden Kräften im volkswirtschaft 
lichen Leben werden können, wie der Glaube an Utopien 
und Ideale hier hemmend, dort fördernd wirkt usw. Es 
1) Plenge, System der Verkehrswirtschaft, 1903, S. 25.</div>
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