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        <title>Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft</title>
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            <surname>Weber</surname>
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weise in irgend einem Grade einen Parteistandpunkt, eine 
politische Tendenz mit sich verbinde, wodurch die objek 
tive Wissenschaftlichkeit entweder ganz ausgeschlossen, 
oder doch in hohem Grade beeinträchtigt werde. Denn die 
Verdrängung entgegenstehender Ansichten, Beseitigung 
entsprechender Einrichtungen müsse das Ziel der Arbeit 
und des Denkens sein. Mit diesem praktisch-politischen 
Ziele verknüpfe sich unwillkürlich ein Parteistandpunkt 
mit seinen notwendigen Folgen unter welchen die Ein 
seitigkeit noch die mindestschlimme sei. Nicht mit allen 
Ausführungen, die Carl Dietzel in seinem zitierten Aufsatze 
macht, möchte ich mich einverstanden erklären, doch die 
eben mitgeteilten Grundansichten dieses Gelehrten ent 
sprechen ganz meiner Meinung. 
Es ist ganz richtig, daß der Wille nur zu leicht den 
Intellekt beherrscht, die Folge ist, daß man dann, wenn 
man Taten will, mit Notwendigkeit den eigentlichen Zweck 
der Wissenschaft, die reine Erkenntnis außer acht läßt. 
Statt die Kämpfenden aus der Ferne zu beobachten und 
unbefangen über ihr Können und Wollen zu urteilen, 
mengt man sich selbst unter sie und hört dann nur noch 
den einen Schlachtruf „Vorwärts“. Man „will“. Hinder 
nisse sieht man nicht, und wer sich den tapferen Kämpfern 
mit nörgelndem Verstände in den Weg stellt, wird 
bald empfinden, wieviel stärker das Wollen ist als das 
Denken. Eine oft erprobte Wahrheit liegt in dem Sprich- 
worte: „Was man will, glaubt man gern“. 
C. J. Fuchs meinte einmal gelegentlich 1 ) „daß die 
größten sozialen Reformen in der Weise zustande gekom 
men sind, daß zuerst gehandelt wurde, dann die Wissen- 
1) Kritische Blätter 1907 S. 280.</div>
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