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        <title>Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft</title>
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            <surname>Weber</surname>
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daß es nichts der wahren Intelligenz wahlverwandteres 
gebe als den gesunden Verstand der großen Masse? Weiter 
meint Dehmel, alle organische Kulturpolitik müsse zunächst 
natürlich darauf bedacht sein, besonders leistungsfähige 
Berufsstände zu begünstigen, an die sich die übrigen an 
gliedern könnten, er will in diesem Sinne eine „Industrie 
von materiellem Höchstwerte“. Wie stimmt damit — nur auf 
einen Gegensatz will ich hinweisen — die Kulturauffassung 
derer überein, die in der Landwirtschaft den Jungbrunnen 
der physischen und psychischen Kraft sehen? Durch mehr 
wie eine Antwort klingt die Ansicht hindurch, daß der 
kulturelle Fortschritt sich unmittelbar an den technischen 
Fortschritt hefte, man halte dem die Ansicht von Franz 
Kempel, Dr. der Staatswissenschaften, gegenüber, der klipp 
und klar behauptet, daß das neuzeitliche Groß-Maschinen- 
Wesen „ein allgemeingesellschaftlicher Irrtum und Miß 
brauch sei, der gleich demjenigen der Kriegsmaschinen 
laut genug nach Abhilfe schreie“ ‘). 
Mit dem Begriffe „Kultur“ verbinden sich gewöhnlich 
die Begriffe Moral und Sittlichkeit. Wiederum frage ich: 
Hat die sozialökonomische Wissenschaft zu entscheiden, 
was wahre Moral und wahre Sittlichkeit ist? Ad exemplum: 
Ich persönlich habe mir eine bestimmte Auffassung von 
Moral und Sittlichkeit gebildet mit dem Ergebnis, daß ich 
an unwandelbare moralische Postulate „glaube“. Damit 
befinde ich mich im denkbar schärfsten Widerspruch zu 
der weitverbreiteten Anschauung: „Ein tierischer Trieb, 
nichts anderes ist das Sittengesetz“. Wäre das „Ziel“ der 
wissenschaftlichen Volkswirtschaftslehre Normen aufzu 
stellen für das wirtschaftspolitische Seinsollen, dann müßte 
1| „Göttliches Sittengesetz und neuzeitliches Erwerbsleben“. Mainz 
1902 S. 200.</div>
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