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        <title>Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft</title>
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            <surname>Weber</surname>
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zu nahe getreten. Er hat sich einen Glauben gebildet, 
der beruht — ich gebrauche die eigenen Worte meines 
Kritikers — „zum einen Teile auf einer Summe 
schwer darstellbarer Einzelbeobachtungen, zum 
größeren Teil auf der besonderen Lebensan 
schauung, die wieder mehr durch Temperament 
und Anschauungsweise, als durch verstands 
mäßiges Urteil sich bildet“. 
Auch dieses Bekenntnis darf man wieder in nur zu 
weitem Umfange verallgemeinern. Ohne es selbst zu em- 
finden, stehen Männer der Wissenschaft, die an politischen 
Reformen, speziell an der Bodenreform „energisch“ mit- 
arbeiten wollen, unter dem lähmenden Einflüsse derartiger 
vorgefaßter Meinungen. 
Daß bei einer solchen Sachlage die Wissenschaft, die 
nur der Erkenntnis dienen will, oft einen sehr schweren Stand 
hat, liegt auf der Hand. Hat ein Vertreter der sozial 
ökonomischen Wissenschaft eine Tagesfrage zum Gegen 
stand objektiver Forschung gemacht, dann fragen nicht nur 
die Wirtschaftspraktiker- und -interessenten, sondern nicht 
selten auch ein erheblicher Teil der Fachgenossen: Was 
nutzt es, oder was schadet es unseren Reformplänen, wird 
der Wille zur Tat dadurch gelähmt oder gestärkt? 
Als 1908 Ballod, der angesehene Berliner National 
ökonom und Statistiker in Schmollers Jahrbuch die städ 
tische Boden- und Wohnungsfrage erörterte, glaubte er 
konstatieren zu müssen, daß die Mehrzahl der deutschen 
Nationalökonomen diesem Problem gegenüber zu der pessi 
mistischen Auffassung gekommen sei, daß im wesentlichen 
nichts zu machen sei; das veranlaßte ihn dann zu dem 
Schlachtrufe: „Diese Stimmung muß überwunden 
werden, wenn nicht anders die nationalökonomischeWissen-</div>
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