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        <title>Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft</title>
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            <surname>Weber</surname>
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♦ 
statt nun das wirtschaftliche Seinsollen zu messen mit 
dem Maßstabe des wirtschaftlichen Seins, macht man es 
umgekehrt, man will das „wirtschaftliche Sein“ kritisieren 
auf Grund einer Vorstellung vom Seinsollen, die man 
aus Illusionen schöpft, die fern von aller wissenschaft 
lichen Erkenntnis entstanden sind. Daß die Praxis sich 
dagegen auflehnt, ist durchaus in der Ordnung! 
Die Schlußfolgerung ist hier dieselbe, wie im vorigen 
Abschnitt: die Wirtschaftswissenschaft als solche hat keine 
wirtschaftspolitischen Ideale aufzustellen. 
Trotzdem und gerade dann wird die Volkswirtschafts 
lehre als reine Wissenschaft der Praxis nicht minder von 
Nutzen sein, als der Politik. Daß gerade für den Kauf 
mann, den Industriellen, eine auf verständigen wirtschaft 
lichen Erwägungen fußende Wirtschaftspolitik von ent 
scheidender Bedeutung ist, wäre hier vorab zu buchen. 
An dieser Gesetzgebung muß auch die geschäftliche Praxis 
mitwirken; sie muß sich Gehör verschaffen, aber gerade 
ihr gegenüber ist man besonders leicht geneigt, ihre viel 
leicht außerordentlich wichtige Einzelerkenntnis als Inter 
essentenweisheit unbeachet zu lassen, wenn sie es nicht 
versteht, das Einzelne in den großen Zusammenhang hin 
einzubringen. Das wird ohne die Hilfe der sozial-ökonomi 
schen Wissenschaft kaum möglich sein — hier liegt, um das 
nebenbei zu bemerken, der entscheidende praktische Wert 
des volkswirtschaftlichen Unterrichts an den Handelshoch 
schulen. 
Nicht mit Unrecht hat man auch darauf hingewiesen, 
daß die Volkswirtschaftslehre der geschäftlichen Praxis 
unter Umständen sogar direkt recht brauchbare Führer 
dienste leisten kann: daß sie den Geschäftsmann inner 
halb gewisser Grenzen in den Stand setzen kann, die zu</div>
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